Herzlich Willkommen oder wie man in Uganda sagt: KARIBU SANA
auf dem Blog „acht Pfoten für Uganda“

31.12.2021

HERZLICH WILLKOMMEN oder wie man in Uganda sagt: KARIBU SANA,

auf dem Blog „acht Pfoten für Uganda“, besser gesagt auf Amalia und Noahs Blog, denn um diese beiden Fellnasen, auf ihrem Weg nach Uganda, wird es hier gehen.

Der ein oder andere wird nun sicherlich ein großes Fragzeichen im Gesicht stehen haben: Zwei Hunde die nach Uganda geschickt werden? Was ist denn das für eine Idee?

Eine ziemlich Gute wie wir finden! Wir das sind Stellvertretend als Autorinnen auf diesem Blog, Zoe vom Lichtstrahlteam und Pia von der komm! Hundeschule.

Doch nicht nur Lichtstrahl und die komm! Hundeschule sind an dem Projekt „acht Pfoten für Uganda“ beteiligt. Um unseren Traum von zwei Therapiehunden für das Kinderkrisenhaus in Uganda wahrwerden zu lassen, braucht es noch weitere großartige Menschen die dieses Projekt unterstützen. Wer diese Menschen sind und was sie motiviert an dem Projekt teilzuhaben, erfahrt ihr im zweiten Blogbeitrag.

Amalia und Noah, unsere beiden Welpen für Uganda sind zurzeit gerade einmal zwei Wochen alt. Daher haben wir, bevor sie im Februar bei uns einziehen, noch viel Zeit euch alle nötigen Hintergrundinformationen über unser Herzensprojekt anzuvertrauen.

So werden wir euch die nächsten acht Wochen wöchentlich mit neuen Blogbeiträgen zu verschiedenen Themen versorgen, sodass wir euch hoffentlich in unserer Vorfreude und unserem Tatendrang mitreißen können! Natürlich wird es auch ein wöchentliches Update über die Welpen und viele zuckersüße Fotos geben – ist ja klar!

Wer Lust hat, in ein kleines Video von der komm! Hundeschule reinzuschauen, indem das Projekt vorgestellt und die Kids aus Uganda live zugeschaltet werden klickt einfach auf den folgenden Link: https://www.youtube.com/watch?v=NmGchrNqtfQ

Genug der Einführung:

Ihr seid sicherlich gespannt darauf, wie genau es zu dieser verrückten Idee kam, und was der Sinn und Zweck hinter der ganzen Geschichte ist.

Hierzu hat Zoe den ersten Beitrag verfasst, denn ohne ihre tanzenden Gedanken würden wir heute nicht hier sitzen und versuchen euch zu erklären wieso wir zwei Hunde auf ihrem Weg nach Uganda begleiten…

 

HAKUNA MATATA,

Pia

 

SPENDEN

Da bereits viele von euch nachgefragt haben:

Unser Projekt finanziert sich ausschließlich über Spenden, daher sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Eure finanzielle Förderung, welches ihr auf das Spendenkonto von Lichtstrahl Uganda unter dem Verwendungszweck „acht Pfoten für Uganda“ überweist, kommt zu 100% dem Projekt acht Pfoten für Uganda zugute und wird für keinerlei anderer Zwecke verwendet.

Die Kosten der Grundausbildung und der weiterführenden Ausbildung der Hunde zu erstklassigen Therapiehunden, werden von der komm! Hundeschule selbst übernommen.

Kosten die durch EURE Spenden gedeckt werden könnten sind zum Beispiel die Anschaffungskosten der Welpen, Futterkosten, Materialien für die Ausbildung, Materialien für die Arbeit in Uganda, Materialien, um die Kids auf die Hunde vorzubereiten usw.

Selbstverständlich halten wir dies transparent und informieren euch hier auf unserem Blog über größere Anschaffungen und Pläne.

 

Bankverbindung

Lichtstrahl Uganda e.V.

IBAN: DE21 4006 0560 0002 4278 18

BIC: GENODEF1S08

Verwendungszweck: Acht Pfoten für Uganda

Sparda Bank Münster

26.04.2022

Back to nature – Oh – Muzungu im tiefen Buschland smile

Hier nennt man eine „Weiße“ – Muzungu…

Hallo Zusammen….erst einmal möchte ich mich ganz Doll bei Euch Allen für Euer Interesse an unseren Blog Beiträgen bedanken…..ob aus Deutschland von unseren beiden Fellnasen Amalia und Noah….Danke an all die wunderbaren Helfer, dass es den Beiden so super geht und sie so viel erleben dürfen oder meine Beiträge aus unserem Lichtstrahl Projekt in Uganda!!

Für mich waren die letzten Tage emotional sehr bewegend!! Während ich in der ersten Hälfte meiner Reise viele offizielle Termine mit Mama und / oder den zuständigen Mitarbeitern wahrgenommen habe, hieß es nun für mich tief ins afrikanischen Village Leben einzutauchen. Die Besuche mit einigen Kids aus unserem Kinderkrisenhaus in ihren ursprünglichen „Homes“ hatte mir schon einen Vorgeschmack davon gegeben, was mich nun erwartete….die letzten Jahre sind schon an uns nicht spurlos vorbei gegangen, aber wieviel weniger kann in einer ugandischen Hütte sein, als nichts???

Zusammen mit unserer Sozialarbeiterin Filda, welche zuständig ist, für alle vulnerablen Mütter, die auf unserer Entbindungsstation entbinden „satteln“ wir die Bodas!! Wir packen dringend benötigte Grundnahrungsmittel, Decken, Matratzen, Babykleidung und Babymilch ein, alles wird fest verschnürt…denn lasst Euch sagen, die Wege sind nicht mit der Südstraße in Münster zu vergleichen. Wir fahren hier auch nur mit bekannten Fahrern, denn es sind oft lange, nicht ganz ungefährliche Distanzen und dort, wo man sich dann befindet……ist man gefühlt im Nirgendwo!

Arm sind eigentlich alle Menschen, die hier im Buschland leben, Lichtstrahl konzentriert sich auf die vulnerabelsten Mütter und ihre Babys – junge Mädchen, die vergewaltigt wurden (während der Corona Pandemie sind diese Zahlen drastisch angestiegen), Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden Frauen, die von ihren Männern verstoßen werden oder auch Frauen, deren Männer noch 5 weitere Frauen haben und sich um keine richtig kümmern. Ich kann Euch sagen, auch wenn ich es wunderbar finde wieder hier zu sein, das Leben ist hier für mich „ohne Worte“ – und wenn ich dann noch das strahlende Lachen der Frauen sehe, dann taucht immer wieder die Frage für mich auf……was ist das Leben, was bedeutet es und was macht glücklich?? Wir besuchen einige Mütter, damit sich der Weg lohnt, denn Sprit ist super teuer geworden, getankt haben wir eh vorher der Fahrt –  ohne Sprit im Nirvana bedeutet: LAUFEN!! Ich hatte es ja schon im letzten Blogbeitrag geschrieben, meldet Euch, wenn ihr Lust und Zeit habt, einmal mitzukommen……back to the real nature hilft uns westlichen Wesen vielleicht, doch deutlich dankbarer zu werden, für das Leben, was wir leben dürfen! 

Wow- Muzungu on the Field…….

Unsere Kids aus dem Kinderkrisenhaus hatten Osterferien und normalerweise bedeutet das hier in Uganda – Ferien – mit auf dem Feld arbeiten!!! Seit ca. 4 Jahren hat Lichtstrahl Uganda ein kleines Landwirtschaftsprojekt in PANGU. Pangu liegt ca. 30 Minuten Bodafahrt entfernt, dort ist die Erde fruchtbarer und unsere Hühner haben mehr Auslauf. Ich wünsche mir hier in Uganda schon seit Jahren Esel…..der Stamm der Karamoja  ganz oben im Norden Ugandas hält viele Esel, sie können besser als Ochsen die Trockenheit aushalten und sind sogar für die Feldarbeit und das Umpflügen super!! Ich werde nun dafür sparen – nicht nur für mich, sondern für unsere Kids und das Lichtstahl Landwirtschaftsprojekt 2 anschaffen…!

Es ist immer nicht einfach, als Hilfsorganisation ein passendes Mittelmaß zu finden. Mama möchte ja nicht, dass die Sponsoren sagen, wir nutzen die Kinder für die harte Feldarbeit aus…..aber wenn ihr erleben würdet, wie sie uns anflehen, mit in Pangu arbeiten zu dürfen, wird schnell klar….Feldarbeit ist ein wichtiger Teil ihres Lebens, sie müssen es lernen, denn auch sie werden irgendwann davon oder damit ihr Leben leben „müssen“!

Bevor es nun für uns los geht, hält Mama eine kleine, aber deutliche Orientierungsrede für die Kids……1. es dürfen nur 10 Kids pro Tag mit, damit die Sozialarbeiter sich aufteilen können 2. Gummistiefel müssen getragen werden, zu viele Schlangen halten sich dort auf 3. Sie müssen in 5 Stunden wieder hier sein, 4. Keiner rennt und es wird nicht laut geschrien, es sei denn Gefahr lauert!!

Olom – unser leitender Mitarbeiter dort, teilt uns in zweier Gruppen auf, einer diggt (pflügt um) und einer säht die Bohnen!! Es macht uns zusammen irre viel Spaß, tolle Videos und Fotos sind entstanden und superwitzig war, dass plötzlich der örtliche Bürgermeister auf unserem Feld stand und sich so erschrocken hat, dass sogar eine Muzungu on the field ist und sich gar nicht so bescheuert bei der Feldarbeit anstellt, wie ihr vielleicht vermutet. Ich kann Euch aber sagen, wenn ihr das jeden Tag 8 Stunden machen müsst und ich wohlmöglich davon überleben müsste, was ich in die Erde gesäht habe, wäre es sicher nicht so lustig für mich gewesen.

Schön aber zu hören, als Olom so lobende Worte findet: “Kids, ihr seid spitze, ihr habt das super gemacht und wir waren noch nie so schnell mit der Aussaat!“ Ein tolles und sehr motivierendes Statement und ich bin mir sicher, den Kids tut es auch gut, sich körperlich so aus zu powern….hilft ja manchmal gegen „komische“ Gedanken!! Ich werde Florian vielleicht nur fragen, was man tun muss, um Amalia und Noah zusätzlich als „Aufspürhunde“ für Schlangen auszubilden…natürlich ganz selbstlos!!

Wieder zuhause angekommen…..muss ich ganz ganz ganz tief Luft holen…..nicht nur, dass ich Mama immer besser verstehen kann….ich benötige täglich viel Zeit funktionierendes Internet zu finden, manchmal streikt mein komplettes Telefon und verweigert die Arbeit, Strom und Wasserausfall sind hier fast an der Tagesordnung…aber wenn Beides zusammenfällt, dann ist das nach einem Tag auf dem Feld nichts, was mir ein Lachen aufs Gesicht zaubert…..also Mama und ich ab in die Waschschüssel, Wasser aus dem Brunnen holt Cindy manchmal für uns….also genau für diesen Notfall und nun von unten nach oben „waschen“ oder eher den Dreck mit Wasser von unten nach oben verteilen !

Die offiziellen Termine hatten Mama und ihr Team extra vor und nach Ostern gelegt, denn man kann hier nur schwer die afrikanische Zeit planen….deswegen ging es nach den Ostertagen für uns noch zum Jugendamt und dem örtlichen Gesundheitsinspektor Opiyo Fred. Zusammen mit Susan, Mike und Mama haben wir auch dort unser Projekt noch einmal ausführlich vorgestellt und gemerkt, wie wichtig genau das für die Akzeptanz ist. Wissen über Therapiehunde und ihren Nutzen sind hier keine Grundvorrausetzung, aber es ist so schön zu erleben, wie aufgeschlossen, wissbegierig, neugierig und interessiert sie sind. Sie freuen sich alle sehr auf Amalia und Noah und Sätze wie: „Wir möchten ja, dass es den beiden Hunden gut hier in Gulu/ Uganda geht, es sind ja wertvolle Hunde und wir würden sie gerne auch für unsere Arbeit mit schwierigen Fällen im Jugendamt nutzen dürfen. Was für eine Ehre für Gulu und ein großes Dankeschön für diese tolle und langfristige Spende durch die „Komm Hundeschule“ aus Eurer Heimat, tun einfach gut!!

Sooooo, liebe Steffi, die aber auch allerletzte Merci Schokolade….sie sind hammermäßig angekommen, weil so super für ein ganzes Team und als hätten wir es bedacht unter Corona Aspekt perfekt, geht nun an meinen „alten Freund“ Mr. Kakaneyro aus Gulu!!

Kennt ihr die Geschichten der Tellerwäscher, die zu Millionären werden??? Hier ist sie und er leibhaftig und lebendig – mein Mr. Kakaneyro. Er kommt aus einer ganz armen Familie hier in Gulu, hat den langen Bürgerkrieg überlebt, als Tellerwäscher in Kampala in Hotels gearbeitet und ist dann mit einer kleinen „Pharmacy“ in Gulu gestartet. Seitdem zeichnet diese Pharmacy sich durch gute Qualität aus und einem Mr. Kakaneyro der immer noch jeden Morgen dort von 7.30 – 11.00 Uhr selbst hinter der Ladentheke steht!! Er müsste es schon lange nicht mehr, er hat Hotels gebaut, Wohnungen, Häuser…..,aber seit ich ihn das erste Mal getroffen habe, mögen wir uns irgendwie und er zeigt seine so wahre, echte Freude als er mich sieht, dass mir die Tränen laufen…..diese ehrliche Herzlichkeit fehlt mir so oft in Deutschland…wir wuseln sooft vor uns her, viele mit dem Blick für sich, aber wenig für andere, dass mir oft mein Leben in Münster mehr Kraft abverlangt, als hier…obwohl ich die die Vorzüge meines Lebens sehr wohl weiß und schätze. Also nicht das letzte Foto oder die letzte Rose, sondern hier heute die letzte Merci Schokolade für einem bemerkenswerten Mann, der sie mehr als verdient hat!!

Nach all den Terminen, mussten wir uns nun aber echt beeilen und sehen, dass das Gepäck ins Auto kam und unsere Rückreise los ging…schließlich lagen 8 Stunden Rückfahrt nach Entebbe und ein hoffentlich negativer PCR Test vor uns. Ich kann euch sagen, Willkommenstänze sind schöner, als Abschied nehmen. Während Mama in 3 Wochen wieder hierher kommt, sie hatte diese Reise ja mehr für unser Projekt „Acht Pfoten für Uganda“ möglich gemacht, weiß ich eben noch nicht genau, wann ich alle Kids und Lieben hier wiedersehen darf. Alles im Auto verstaut…schließe ich erst einmal die Augen und bin dankbar, dass trotz alles anders geplant, es eine so schöne und effektive Zeit hier in unserem Lichtstrahl Projekt war. Edgar ist ein super Fahrer und bringt uns sicher und heil zu Estelle ins Carpe Diem Guesthouse. Ich falle „todmüde“ ins Bett, ich hatte mich ein wenig bei der Feldarbeit verkühlt .. nein Corona durfte es nun nicht sein, ich wollte ja schließlich am Samstag „meinen Mr. Nelson“ wieder abholen und nicht hier in Quarantäne sein.

Freitag morgen ging es deswegen nach Kampala, schnell Bonnie für den PCR Test treffen. Mama hat Bonnie kennengelernt, als sie letztes Jahr hier Corona positiv war. Er ist super und hat Labordiagnostik studiert und weiß, was und wie er es tut. SUPER und mal wieder wird deutlich, wie toll es ist, ein gut funktionierendes Team zu kennen. Wir müssen nicht warten, sind in 10 Minuten fertig, er mailt uns die Ergebnisse in 6 Stunden spätestens zu, damit wir noch Zeit haben sie auszudrucken. Hier hat die Papierversion noch Bedeutung und ist Pflicht am Flughafen.  Auf dem Rückweg nach Entebbe halten plötzlich alle Autos an und ich höre viele Polizeisirenen……Oh my God…..der ugandische Präsident Museveni höchstpersönlich überholt uns und all sein Gefolge…….äußerst beeindruckend kann ich euch sagen….er hat sein Büro hier in Entebbe und fährt anscheinend dorthin.

Zurück im Carpe Diem angekommen, ruft Mamas Freundin – auch Heike- hier aus Uganda an….ihre Chefin aus Wien sollte eben ankommen, aber alle Flüge wurden abgesagt! WARUM……Rwanda Air ist kurz vorher beim Landeanflug auf Entebbe Airport vom Rollfeld abgekommen und hat alle Lichter der Landebahn „geschrottet“. Diese müssen nun erst wieder repariert werden und das kann hier etwas dauern…..dann wollen wir mal hoffen und einfach noch die letzten Stunden ein wenig bei eher typisch europäisch bewölktem Himmel als afrikanischem Sonnenschein genießen. Die letzten Wochen waren für uns nicht die einfachsten und deswegen tut etwas tief Durchatmen durchaus gut und Mama joggt noch schnell in den Coffee Shop, um sich ihren hier neu kreierten Chocolate Mocca very spiced with Ginger zu holen!!

Ich genieße die einmalige Aussicht hier und entspanne mich, denn die weiß, das Reisen über so verschiedene Kontinente ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch emotional immer wieder eine Herausforderung und nie ganz einfach und schnell zu verarbeiten. Wer von Euch mehr erfahren möchte, kann mich jeder Zeit gerne kontaktieren….ich würde mich freuen und bedanke mich aus tiefstem Herzen für all die vielen Lichtstrahlen, die ihr hierher und besonders in die Gesichter und Leben unserer Kids zaubert!!

Hakuna matata Zoe

19.04.2022

…es ist wirklich schön wieder hier zu sein…..1 Woche voller Erlebnisse!!

In Gulu angekommen – ging es direkt los für uns….

Erste offizielle Termine waren lange geplant und auch wenn Florian nicht mit dabei war, wollten wir sie nicht absagen! Alle hatten sich für uns Zeit genommen – nicht selbstverständlich in der Osterzeit. Mit Flyern und Merci Schokoladen „bewaffnet“ starteten wir in Richtung Gulu Veterinäramt. Über all die Jahre haben wir gelernt, wie „nützlich“ die Merci Schokolade oder auch gerne die haltbare Salami Wurst sein können. Es kann sonst dauern….lange dauern bis man überhaupt Zugang zu den offiziellen Offices bekommt. Ja, ihr könnt es „minimale Korruption“ nennen, aber am Ende zählt, was Gutes dabei herauskommt. Heute war es definitiv ein unglaublich tolles – eben eher afrikanisch untypisches -Zeitmanagement!! Es ging bei all diesen offiziellen Terminen hauptsächlich darum, unser Projekt „Acht Pfoten für Uganda“ vorzustellen, zu erklären, was Therapiehunde und ihr Nutzen für unser Lichtstrahl Projekt ist und zu spüren, wie unsere Projektidee bei Ihnen ankommt. Das ist hier ganz wichtig, man braucht das Einverständnis der staatlichen Stellen, sonst wird es verdammt schwierig!! Weiter geht’s….nach dem wirklich erfolgreichen ersten Termin, wurde es fast ein wenig „unheimlich“. Afrikanische Polizeistationen sehen so anders aus und er Umgang ist ebenso gewöhnungsbedürftig. Das allerdings sowohl der wichtige PRO (Polizei Offizer des Acholi Volkes ) , als auch der leitende Polizei Officer der Stadt Gulu uns und unsere Idee so positiv aufnehmen würden, damit hatte wohl keiner von uns gerechnet. Sie stellten viele Fragen, wir versuchten sie so gut wir konnten zu beantworten. Trotzdem merkten wir ihnen die Enttäuschung an, dass der „DOGTRAINER“ nicht dabei war, denn besonders die Polizisten hatten viele tolle Ideen und auch Fragen, ob und wie Amalia und Noah auch bei ihnen evtl. einsetzbar sind. Themen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigungen oft junger Mädchen etc. es wäre doch toll, wenn unsere beiden Fellnasen auch hier helfen könnten.

Wichtig ist ihnen allen, dass wir sie regelmäßig updaten und sie hoffentlich, den vorgeschlagenen Ersatztermin von Florian Mai / Juni 2022 nutzen können, all ihre Fragen persönlich an ihn zu adressieren. Nach und bei all der Vorbereitungsarbeit war es nun wirklich schön, dieses so positive Feedback zu erleben, besonders weil sie diese Art der Therapiehundearbeit noch gar nicht kennen.

Neben all diesen offiziellen Terminen war unser Termin am Folgetag ebenso wichtig. Mama und ich haben herausgefunden, dass es hier in Gulu eine Hundeklinik gibt die von „Weißen – Muzungus“ geführt wird. Wow, ehrlich gesagt wusste ich bis dahin nicht einmal, dass es so eine Klinik überhaupt hier in Uganda, geschweige denn hier oben im eher vernachlässigten Norden gibt. Immer wieder tauchte auch für uns die Frage in Deutschland auf, was tun wir, wenn Amalia und Noah tierärztliche Behandlung benötigen. Daniela Schmiechen kümmert sich ja so wunderbar um sie in Germany, aber da sie wohl kaum hierherziehen möchte, war es uns allen natürlich ein ganz wichtiges Anliegen, „Ersatz“ für Daniela zu finden. Mama hatte uns in dieser Tierklinik „BIG FIX“ angemeldet und ich war einfach nur sprachlos. NEIN, damit hatte ich nicht gerechnet….das war klasse hier und ich merkte, wie mir großer Stein von der Seele fiel. Ich weiß nur zu gut, wie ich mich immer fühle, wenn es Nelson – meinem spanischen Wasserhund -nicht gut geht…..wie würde es den Kids aus unserem Kinderkrisenhaus nur gehen und was wäre, wenn es nachts oder am Wochenende ist?? Diese Tierklinik sah nicht nur super aus, sie war sauber, klasse organisiert, war bestens ausgestattet,  hatten sogar einen eigenen OP, einen riesengroßen Auslauf und tolle „Hundezimmer“ , was aber am wichtigsten war, das Personal und die behandelnden Ärzte waren so lieb und freuten sich schon jetzt auf Amalia und Noah! Sie fanden unsere Projektidee übrigens toll und hielten sie für sehr sinnvoll! 

Zwischen all diesen Terminen hatten sich die Kids unserer Vorschule und Primary Schule soooooooo auf unseren Besuch gefreut!! Nach 2 Jahren ohne Schulbildung aufgrund Corona, startete das Schuljahr am 10. Januar endlich wieder für sie und nun ganz kurz vor den Osterferien kam auch noch Besuch aus Deutschland! Sie hatten Willkommenstänze, kleine Reden und Gesänge einstudiert…..nur für uns….wie schön zu sehen, wie sehr sie sich freuen. Das Leben war und ist für sie knallhart, in unsere Schulen gehen viele Kinder, die zu den ärmsten Kindern hier gehören und wenn diese dann lachen, dann geht einem das Herz auf und man ist fast ein wenig beschämt. Es rückt einem den Kopf und die eigenen Gedanken gerade und macht deutlich, wie wunderbar kontinuierliche Unterstützung diesen Kindern helfen kann, auch ein wenig auf eine bessere Zukunft zu hoffen. Vielleicht habt ihr ja irgendwann Lust Amalia und Noah hier zu besuchen……sie tanzen sicher auch super gerne für Euch!!

Unsere Kids aus dem Kinderkrisenhaus leben hier in unserem Lichtstrahl Projekt und gehen zwar auch in die Osterferien, aber bleiben natürlich bei uns. Sie haben super viele Fragen zum Thema Hund. Wir starteten unsere „Dog Session“ mit einer Frage-Antwort Runde und ich versuchte, so viel zu beantworten wie möglich. Danach hieß es 35 Stoffbeutel bemalen. Mama und ich hatten sie mitgebracht aus Münster und nun haben immer ein kleines und ein großes Kind sie super toll bemalt……sie sind so so so cool geworden!! Wir haben als Anreiz für die Kids eine kleine Competion daraus gemacht. Der Beutel, welcher die meisten Spenden einbringt für unser Projekt „Acht Pfoten für Uganda“ wird extra geehrt und bekommt eine ….juhu…..Überraschung!! Kein Beutel darf natürlich unter 25 Euro versteigert werden, denn die Kids möchten von dem Geld tolle Dinge für Amalia und Noah basteln und bauen. Ich habe von den jeweiligen Kids auch ein Foto gemacht und sie haben ihren Namen, Alter und ihre Schulklasse auf eine Manila Card geschrieben…wir freuen uns auf Eure „Angebote“ 🙂

Eigentlich wollte ich am Samstag eine große Villagetour machen und Euch zeigen, wo die Kids vorher gelebt haben, aber leider startete Freitagnachmittag der Regen und hielt bis Samstagvormittag an. Wenn es hier geregnet hat, sind die Sandwege so rutschig, dass man sie kaum befahren kann, also wurde aus einer großen – eher eine kleine Tour!! Wir starteten sogar zu Fuß und machten uns auf den Weg durchs Village. Das ist dann doch schon echtes Abenteuer und man läuft besser mit jemandem, der sich auskennt. Während wir Schlangen doch fast nur aus dem Zoo kennen,  ….leben sie hier live und wahrhaftig. Plötzlich wurde mir bewusst, ich laufe in Sandalen durch das hohe Gras….ahhhhhh…..!! Ich folgte brav Mike, unserem Sozialarbeiter und hoffte, dass mich keine Schlange besuchen möchte!! Die ersten 3 Kinder wohnten vorher in unserer direkten Community, danach ging es aber auf die Bodas und die Wege wurden lang! Auch wenn es geregnet hatte, die Erde war zu trocken und staubig, dass wir wie mit roter Erde angemalt nach einigen Stunden wieder im Lichtstrahl Projekt ankamen…..aber wenigstens heil und unversehrt!! 

Ostersonntag standen Mama und ich ganz früh auf….bei über 30 Grad Schokoeier verstecken…..keine einfache Aufgabe. Aber die Kids waren ganz früh in die Ostermesse gegangen und somit war es eh die beste Zeit.  Es hat uns selbst viel Spaß gemacht…hier kennt man diesen Brauch nicht…hier geht es eben täglich ums Überleben! DANKE dir liebe Steffi Goerdt für all diese tollen Süßigkeiten von Stroetmann, die du für diese Kids besorgt hast (DANKE auch für die Merci Schokoladen und Salami Würste). Unsere Kids hatten super viel Spaß, Mama hatte den Mädchen Trakt und ich den Jungen Trakt übernommen, beide stürmten fast zeitgleich mit ihre „Osterbeute“ nach draußen und die pure Freude war in ihren strahlenden Gesichtern zu lesen.  Natürlich musste nun erst einmal alles Leckere gekostet werden.

Gestärkt ging es weiter…..schließlich hatten sich auch diese Kids, die ja nun auch mit Amalia und Noah leben werden nicht nur auf uns gefreut, sondern auch ihren Zeitplan nach uns gerichtet. Jedes Kind hatte einen Wunsch für Amalia und Noah auf einen kleinen Zettel geschrieben oder gemalt. Dieser wurde dann an einen Luftballon gehängt und am Nachmittag wollten wir sie eigentlich steigen lassen…….jetzt hängen sie an ihren Betten!!

Da ich die diese Zeit nur mit einigen Kindern verbracht hatte, waren die anderen Kids doch etwas neidisch und wollten mir nun unbedingt zum Abschluss des Tages gemeinsam, das neue Stück Land für das neue „Lichtstrahl Kinderdorf“ zeigen!! WOW; WOW; WOW…..was für eine Aussicht….es liegt 10 Minuten Gehweg hinter unserer Schule, aber danach kommt nur noch Village – Buschland und es ist einfach herrlich….was für eine Ruhe dieses Fleckchen Erde ausstrahlt…..ich bin mir sicher nicht nur die Kids, sondern auch Amalia und Noah werden sich hier super super super wohl fühlen!!

Für alle Kids bzw. jungen Erwachsenen über 18 Jahre bauen wir ein kleines Jugendhaus, es ist fast schon fertig, muss nur noch angestrichen und eingerichtet werden…..Ivan  Rubangakene ( sein afrikanischer Name – von Gott verlassen ) ist der ALLERERSTE, der dort einziehen wird!!

Time for Safari… gestern – Ostermontag – ging es für mich in den ca. 1,5 Stunden entfernten Murchison Nationalpark. Eigentlich ein Programmpunkt, den wir für Florian geplant hatten, wollte er doch auch wilde Tiere sehen und erleben!! Nein keine Safari mit Jeep und so…..sondern ganz nature style like…..schön mit  – heute doch festem Schuhwerk – und unserem Freund dem Ranger Dennis zu Fuß durch den Park. Hier leben Elefanten, Giraffen, Löwen, Büffel, Antilopen….alles was das Herz begehrt! Dennis lebt seit 25 Jahren hier mit den Tieren…er sagt, sie sind seine Familie! Natürlich ist er bewaffnet, man weiß ja nie! Über 4 Stunden genieße ich diese unglaubliche Ruhe und bekomme eine leise Ahnung, was Dennis hier so sehr liebt. Er erklärt mir so Vieles….., Spuren lesen….Pflanzen und das Verhalten der Tiere. Plötzlich finde ich mich umzingelt von über 50 Giraffen……der Hammer, kann mal jemand die Zeit anhalten??? Ich bin wirklich fasziniert…Florian du hast definitiv was verpasst!! 

Die nächsten Tage haben wir noch einiges an Programm vor uns, bevor es dann in der Nacht von Freitag auf Samstag zurück nach Hause geht.

Sonnige Grüße aus Uganda!

Hakuna matata Zoe

13.04.2022

Welcome to Uganda..

Wow – wir haben es geschafft…  immer wieder eine aufregende und lange Reise.

Ich glaube, wir waren noch nie so unvorbereitet wie dieses Mal. Es war Samstagabend und nach einer echt harten, letzten Woche standen wir da – mit nur noch 4 Koffern, da Florian nun auch noch spontan nicht mitfliegen konnte! Umzingelt jedoch von Sachen, die  unbedingt mit sollten… Absolutes Chaos kann ich Euch sagen : Es war 20.00 Uhr, wir wussten der Wecker klingelt um 5.00 Uhr, noch nichts fertig…..kurzfristige Schnappatmung , aber nutzt ja nichts….ohne Gepäck fliegen war ja keine Alternative, oder?! Also 4 Koffer auf, alles Notwendige zuerst, jeder Koffer durfte max. 20 Kg wiegen….und schwupp, war kaum noch Platz für irgendetwas Privates. Egal….das passte auch ins Handgepäck! Sonntagmorgen ging es nur noch für uns Zwei nach Düsseldorf zum Flughafen. Immer wieder ist die Aufregung am Check In Schalter groß, denn wir packen die Koffer bis aufs letzte Gramm voll und ich weiß nicht wieso, aber die Waagen am Schalter wiegen „natürlich“ immer anders als Zuhause !! Wir hatten Glück – die Frau am Schalter war super nett und in nur wenigen Minuten waren alle Koffer entspannt auf dem dem Weg in den Cargobereich! Somit war die erste Hürde geschafft… weiter Richtung Security Schalter wurde uns ganz deutlich OSTERFERIEN!!!! Das Personal schien ein wenig aus der Übung – man kann es ihnen nicht verdenken nach so einer langen Corona fast ja „Auszeit“ – sie schickten uns kurzfristig quer durch den Flughafen zu anderen Security Schaltern, die leerer sein sollten. Endlich geschafft, noch fix den Passport vorzeigen und im Duty free Süßigkeiten für die Kids im Kinderkrisenhaus holen und dann erst einmal einen wohlverdienten Coffee Latte trinken….gerne mit Extra Shot Espresso, denn der Tag und die Nacht des Reisens lagen vor uns!

Um 10.25 Uhr hieß es „time for bording“ und die Maschine nach Istanbul war „rappelvoll“! Oh man – ich kann Euch sagen nach 4 Jahren Pause und fast 3 Jahren Corona Pandemie war das Fliegen  für mich wirklich ein seltsames Gefühl. Sooo viele Menschen auf so engem Raum – ich denke ,Corona hat unsere Wahrnehmung sehr verändert. Der eigentlich angekündigte ruhige Flug entpuppte sich schnell deutlich turbulenter als alle gedacht hatten, aber mit einer wunderschönen klaren Aussicht hoch über den Wolken! Nach ca. 3,5 Stunden Flugzeit erreichten wir Istanbuls  fast neuen Flughafen. Wow, da  hat Mr. Erdogan ein schickes „Teilchen“ errichtet und mag es am liebsten, wenn fast ausschließlich türkische Airlines dort landen! Wer schon mal dort war – es liegt in der Nähe Istanbuls aber irgendwie auch ein wenig „ in the middle of nowhere“ . Wer sich die Wartezeit mit Shoppen verkürzen und versüßen möchte…..hier seid ihr richtig! Um 18 Uhr stand „Bording -Time“ Nummer 2 an, jetzt ging es über Ruanda / Kigali nach Uganda / Entebbe – weitere 9 Stunden lagen vor uns! Dieser Flug war super entspannt, eine wirklich nette Crew und ein neues Flugzeug. Umzingelt von Familien mit kleinen Kindern, alle zwischen 2 und 6 Jahren, ich sagte noch zu Mama….so viele Kids hätte ich nicht vermutet und ich kann Euch sagen, all diese Kids waren der absolute Hammer.…Sie waren so ruhig, hatten Spaß am Fliegen und erzählten viel auf ganz unterschiedlichen Sprachen! Ich merkte …ich hatte das Reisen doch ein wenig vermisst……man sieht die Welt, die Vielfalt der Menschen und die Erde von oben. In Kigali steigen immer Passagiere aus und ein, aber der „Rest“ muss sitzen bleiben und bis zum Weiterflug nach Entebbe  – final Destination – warten.  

Es ging also nochmal hoch in die Luft, Richtung Entebbe und 45 Minuten später wollten wir eigentlich ganz entspannt landen und schnell ins Hotel.. doch das Wetter machte uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Unwetter in Entebbe… Wahnsinn sowas aus der Luft zu beobachten ist wirklich ein echtes Highlight… ich wusste gar nicht wie krass fast unheimlich Blitze aussehen können. Leider funktionierte das Landen deswegen auch nicht wie geplant. Der Pilot kündigte das Landen zwar an,  wir waren auch nur noch ein paar Meter von der Landebahn entfernt,  aber dann startete der Pilot wieder durch hoch in die Wolken.. man merkte allen plötzlich Anspannung an…Warum landen wir nicht? Was macht der Pilot jetzt? Mein Riesenrespekt an den Piloten –  er hat alles versucht, sicher zu landen und uns ruhig zu erklären, was das Problem ist und wir besser Ruhe bewahren sollten. Nach mehr als 3 Stunden Extrakreisen in der Luft, klappte es zum Glück beim dritten Versuch und wir hatten es endlich geschafft. Heftiger Regen erwartete uns, wir joggten über das Rollfeld zum Eingang zum Kontrollschalter, PCR Test, Gelbfieberimpfung und dann weiter zur ugandischen Immigration Office. Mama hatte letztes Jahr Patrick kennengelernt, man hilft sich hier, wenn man aus dem Norden Ugandas kommt und Patrick war ein Acholi ( der Name des Stammes hier im Norden ) . Seitdem sich die Beiden getroffen hatten, hilft er immer ein wenig , wenn Mama und andere Besucher für Lichtstrahl Uganda reisen.  Da wir ja daxchten Florian nimmt seine Drohne mit und wir zudem immer noch viele Medikamente im Gepäck haben, schadet so ein Kontakt NIE!!  Wir sammelten nun einfach nur noch schnell die Koffer ein, trafen noch Arthur, der uns bei der Einreise von Amalia und Noah helfen wird, da er für das zuständige Ministerium arbeitet, dann aber ging es ab ins Guesthouse…Auf dem Weg zu unserer fast nun „Freundin“ Estelle, die dieses Guesthouse Carpe Diem zu einem wunderschönen Ort „des Ankommens und /oder Zurückfliegens für uns gemacht hat. Aber Estelle und ihre Familie werden es aufgrund der langen Pandemie und nun auch der unglaublich steigenden Preise wohl nicht weiter halten können. So so so schade!!! Nach 30 Stunden Reise brauchten wir dringend eine Dusche, etwas zu Essen und ein Bett, um wenigstens für kurze Zeit die Beine hochzulegen. Mittags machten wir uns auf in die Stadt, Beine vertreten und einen leckeren Kaffee im Javas Café trinken. Abends genossen wir den  tollen, ugandischen Sonnenuntergang und Estelles einmalig super leckere Pizza!!  Heute Morgen ging es weiter mit dem Auto… 8 Stunden bis nach Gulu. Einmal quer durch das so unterschiedliche Land… eine Reise die ich immer so gerne mache. Es ist einfach jedes Mal spannend zu sehen, wie sich das Land auf der Autofahrt verändert. Während der Süden rund um Entebbe und Kampala sehr europäisch ist, mit vielen eher schönen Häusern und suepr viel Verkehr, verändert sich das Bild je weiter man in den Norden fährt. Aus „richtigen“ Häuser werden Lehmhütte, aus Verkehr werden hauptsächlich laufende Menschen evtl. fahren sie noch Rad. Aus etwas europäischem Flair wird richtiges Afrika! Ich liebe es dabei aus dem Fenster zu schauen, die Natur zu bestaunen, die Weite zu genießen und die Leute zu beobachten. Was besonders wichtig ist auf diesen Fahrten ist ein Fahrer, der genau weiß ,wie man fährt und das Land genau kennt, nur dann kann man entspannt mitfahren. Warum?? Die Straßen hier sind gefährlicher als in Deutschland.  Edgar fährt uns schon seit Jahren, er ist super zuverläßig, pünktlich und kann viel erklären und Aktuelles aus dem Land erzählen – es ist toll solche Menschen zu kennen. Er erzählt viel, wie sich in der letzten Zeit das Land verändert hat, die Arbeitslosigkeit durch die Corona Pandemie stark ansteigt, das Klima sich verändert, viele Mädchen in dieser langen Zeit des Schul Lock downs ungewollt schwanger geworden sind, durch den Ukraine Krieg Preise stark ansteigen und die Armen noch ärmer werden. Als gelernte Touristikkauffrau finde ich es immer wieder sehr erschreckend zu sehen, wie sehr eben auch der Tourismus unter dieser Corona Pandemie gelitten hat. Wie viele von uns haben das Reisen in afrikanische Länder vor Corona geliebt, aber nun liegt der Tourismus fast lahm in diesen Ländern und  eben auch in Uganda. Es ist wirklich traurig all das zu sehen, wie Corona das Leben hier verändert hat und es wird einem noch mehr bewusst, wenn man jetzt wieder in die Welt reist. 

Nach 8 Stunden Autofahrt haben wir endlich Gulu  und unser Lichtstrahl Projekt erreicht – immer ein Stück zu Hause. Wir werden von den Kids und Mitarbeitern empfangen, die einen kleinen Willkommenstanz für uns einstudiert haben. Es ist hier ein Zeichen des Respekts und der Freude ,Besucher so zu empfangen. Und ehrlich gesagt immer soooo schön anzusehen – ein richtiger Gänsehautmoment. Hinter diesem Empfang steckt immer unglaublich viel Arbeit, Zeit und vor allem eine Menge Liebe. Das Projekt ist über die letzten Jahre wahnsinnig gewachsen und noch schöner geworden, als es eh schon war. Danach stärke ich mich kurz in unserer ugandischen Roestbar, bevor es zu den Kids ins Kinderkrisenhaus geht. Ich bin sooo froh ,sie alle wiederzusehen und nach einigen Jahren in die Arme zu schließen. 

Während ich den Kids ab Morgen viel zum Thema Hund erkläre, erkunden Amalia & Noah in ihren Familien die Umgebung und lernen viele neue Sachen. Sie werden größer und bald kann die Ausbildung der Zwei richtig los gehen. Aber ich glaube wir sind uns alle einig, dass wir definitiv die richtigen Welpen für die Kids hier ausgesucht haben.

Wir werden versuchen, Euch sowohl aus Uganda als auch aus Deutschland die nächsten Tage viel mitzunehmen, sodass ihr einen tollen Eindruck ins Projekt und in die Arbeit mit den beiden Fellnasen bekommt.

Ganz liebe & sonnige Grüße aus Uganda! 

Hakuna matata Zoe

13.04.2022

…. und wie läufts in Deutschland so?

Nachdem für uns am Samstagabend klar war, dass Florian aufgrund weiterer Ausfälle unserer Mitarbeiter nicht mit nach Uganda fliegen konnte, waren wir natürlich erstmal sehr geknickt. Wie sehr hatten wir uns darauf gefreut, dass Lichtstrahlprojekt, die Menschen und die Umgebung Vorort mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben, und vor allem die Kinder kennenzulernen mit denen Amalia und Noah in eineinhalb Jahren zusammenleben dürfen. Aber wie sagt man so schön, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so wird Florian noch im Sommer dieses Jahres einen neuen Versuch starten und ich werde im Februar mit Zoe gemeinsam die Kids in Uganda besuchen.
Was bleibt und also anderes übrig, als in den zwei Wochen in denen Zoe und Heike die Stellung in Uganda halten, uns noch mehr um die Ausbildung der Welpen zu kümmern? Ob die beiden davon begeistert sind? Schließlich sind ja eigentlich Osterferien…aber die gibt es bekanntlich in der Hundeschule ja nicht
Jalso, ran an die Arbeit!
Wie gut, dass wir so fleißige Unterstützung haben:
Amalia durfte die letzten fünf Tage mit Verena und Frieda in Verenas Kita arbeiten. Verena arbeitet mit Kindern ab einem Jahr zusammen, also noch wirklich sehr kleinen Mäuschen, was für Therapiehunde eine extra große Herausforderung ist. Schließlich können die kleinen Knöpfe noch nicht richtig sprechen oder Kommandos geben. Auch der richtige Umgang mit Hunden muss den Kleinen erst noch beigebracht werden. Für das Therapiehundeteam Verena & Frieda bedeutet dies, dass sich Verena zu 100% darauf verlassen muss, dass Frieda Kommandos und eingeübte Verhaltensweisen so ausführt, wie Verena es von ihr erwartet: Warten bis das Leckerli vorsichtig aus der kleinen Kinderhand genommen werden darf, sehr langsames an der Leine laufen, damit die kleinen Kinderfüße mitkommen und sachte Bewegungen gehören zu Friedas Arbeitsalltag. Und diese Dinge erledigt sie mit einer unfassbaren Ruhe und Gelassenheit. Umso schöner, dass unsere Amalia bei Profi Frieda ein kleines Praktikum absolvieren konnte. Ich war total gespannt, was Verena wohl von Amalias Einsatz erzählen würde. Und was soll ich sagen? Verena will Amalia doch tatsächlich nicht mehr hergeben… aber keine Sorge, wir passen gut auf sie auf!
Amalia hat sich den kleinen Kindern gegenüber total vorsichtig und liebevoll verhalten: kein Anspringen, kein wüstes Umrennen, kein Knabbern an kleinen Kinderhänden.
Wir sind super stolz auf die kleine Fellnase, schließlich war dies ihr erster Kontakt mit so vielen kleinen Mini-Menschen.

Noah hatte in der letzten Woche auf jeden Fall sehr coole und enorm wichtige Maskottchenaufgaben zu erfüllen: Zu Besuch bei Carina und Leon unterstützte er Leon fleißig beim Fußballtraining des Vfl Senden und kickte mit den Spielern um die Wette. Hoffentlich spielen die Kids in Uganda auch so gerne Fußball, wenn ja sollten sie fleißig üben, bevor Mr. Noah ihnen nächstes Jahr neue Fußballtricks beibringt.
Auch das Training der Leinenführung und des „Ohne-Leine-Beifuß-Laufens“ stand auf Noahs Tagesordnung. Dafür fuhren Carina und Leon mit Noah und ihrem eigenen Hund Oscar nach Münster in die Innenstadt und trainierten unter viel Ablenkung. Nach so viel harter Arbeit war Noah dann froh, wenn er sich zu Oskar ins Körbchen kuscheln konnte.

Ab nächster Woche werden wir mit den beiden langsam anfangen das Kommando „Sitz“ zu trainieren.

Zusätzlich steht die Verfestigung des Klickertrainings auf dem Stundenplan, um den Klicker im Laufe der Zeit bei immer mehr zu lernenden Kommandos einsetzen zu können.
Wofür der Klicker genau benutzt wird, wie wir das Kommando „Sitz“ langsam aufbauen und wie sich die beiden dabei schlagen erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag.

Hakuna Matata, Pia

05.04.2022

Unser Countdown läuft..

Noch 4 Tage und dann geht’s auf große Reise… Am Sonntagvormittag is time for bording und dann geht es von Düsseldorf nach Istanbul und abends weiter von Istanbul über Ruanda nach Uganda. Die Aufregung ist groß, leider sind die Koffer immer noch leer 🙂 Ab Morgen steht „packen“ auf der To-do Liste. Wir sind schon umzingelt von Medikamenten, Babykleidung, Babymilch, Verbandsstoffen, kleinen leckeren Osterüberraschungen für die Kids und dazu kommt noch Florians technische Ausrüstung und Infomaterial zum Thema „Alles über Hunde“. Am Ende wird es wieder so sein wie immer die Koffer sind viel zu schnell zu voll 🙂 

Gestern habe ich noch mit den Kids telefoniert, es ist toll zu fühlen, wie sehr sie sich auf unseren Besuch freuen und besonders Florian kennenzulernen. Auf uns warten 50 neugierige Kids, trotz Regenzeit hoffentlich auch etwas Sonne, bestimmt begegnen wir wilden Tieren, aber vor allem stehen viele offizielle Termine (Jugendamt, Tierklinik, Polizei, Gesundheitsamt, Veterinäramt, etc.) an.

 All dieses ist nötig, damit Florian einen guten Einblick ist das Leben unserer Kids in Uganda bekommt und Amalia & Noah Best möglich auf Ihr Leben dort vorbereiten kann.

 Wir freuen uns sehr, wenn ihr uns auf unserer Reise über Instagram folgt.

 Hakuna matata Zoe

31.03.2022

….Hello again…

Hier war es zwei Wochen etwas ruhiger, was auf gar keinen Fall heißt, dass es in Noah und Amalias Leben auch nur ansatzweise langweilig war…

Wo fangen wir an?

Die letzten beiden Wochen verbrachte Noah, nachdem er es eine Woche bei Flo, mir und unseren anderen sechs Fellnasen aushalten musste, bei Keith, Nina, Noschy und Baffy. Was können wir berichten? Noahs Programm in diesen zwei Wochen war besser als in jedem Kinderferiencamp!

Noah, als alter Pferdeflüsterer durfte zunächst auch den großen Tinker von Nina und Keith kennenlernen und schöne Tage auf dem Pferdehof verbringen.

An einem anderen Tag sind die fünf gemeinsam nach Holland in ein großes Gartencenter gefahren – Holland war Noah ja bereits aus der Woche davor bekannt und so begrüßte er jeden selbstverständlich in der Landessprache.

Der krönende Abschluss des Tages war der Besuch auf dem Send in Münster. Ein überragender Trainingsort, nicht nur für die kleinsten Hunde: So viele Gerüche, heruntergefallene Pommes, Lichter, viele Menschen und laute Musik. Noah zeigte sich zwar interessiert, war jedoch nicht wirklich von Autoscooter und Co. beeindruckt – tiefenentspannt eben…

Auch ein Ticket für den Zoo in Rheine wurde Noah nicht verwehrt… ich sag ja: besser als jedes Feriencamp.

Neben so viel Action sind auch ausgiebige Spaziergänge und Ruhepausen in Noschys und Baffys Körbchen nicht zu kurz gekommen.

Amalia verbringt ihre Zeit momentan bei unserer Trainerin Marie. Neben sehr vielen Hundeschuleindrücken, wird Amalia mit nach Münster in die Stadt genommen, darf einen Kaffee trinken gehen oder Marie hoch zu Ross begleiten.

Die kleine Maus wird von Tag zu Tag hübscher und sieht immer mehr aus wie eine kleine Löwin mit ganz großem Herz.

In zwei drei Wochen werden die Welpen in unseren Junghundekurs 0 wechseln. Dies ist der erste „richtige“ Hundeschulkurs. Ab hier sind Amalia und Noah alt genug um richtige Kommandos zu lernen. Natürlich erstmal sehr sparsam und in ganz kleinen Schritten.

Einen spannenden Termin hatten die beiden noch am Dienstag. Zoe und ich waren gemeinsam mit den Welpen an der Mathilde Anneke Gesamtschule in Münster. Die Schule unterstützt seit Jahren das Lichtstrahl Projekt und möchte nun auch ihren Teil zu „Acht Pfoten für Uganda beitragen“. So werden Amalia und Noah, Zoe und ich nach den Osterferien jede Woche eine Hunde AG an der Schule mitgestalten.

Die Kinder werden während der AG-Zeit Materialien für unsere Kids in Uganda anfertigen, alles rund um das Thema „Hund“. Es werden Plakate zur Anatomie und zur Körpersprache gebastelt, Regel- und Kommandokarten erstellt, Trainingsvideos mit Amalia und Noah gedreht und vieles mehr.

Wir werden euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und euch immer mal wieder Fotos von den gestalteten Gegenständen der Kinder zeige!

 

Hakuna Matata, Pia

15.03.2022

…was für eine schöne, frühlingshafte Woche

Unsere beiden Fellnasen durften die ersten Sonnenstrahlen genießen und die Vorboten des Frühlings entdecken.

Lynn & Frederic hatten sich diese Woche mit ihren beiden Labradoren Leni und Bruno extra viel Zeit genommen, denn Amalia zog bei ihnen ein. Mit viel Freude und Herz haben sie Amalia großartig in diesen Tagen begleitet und ihr viel NEUES zum Erkunden ermöglicht – so wie es für einen angehenden Therapiehund sein soll.

Zusammen mit Leni und Bruno wurde der Aasee und der Klutensee unsicher gemacht, das „brave“ Warten in Geschäften geübt, das zwar schon etwas bekannte Bahnhofsgeschehen weiter trainiert und die Regale vom Fressnapf Laden beschnuppert. Das Fahren im Hundeanhänger hatte sogar fast eine einschlafende Wirkung auf Amalia. Vielleicht hat sie aber auch gedacht….schnell Kraft tanken für das nächste Abenteuer mit meinen neuen großen Freunden. Selbst das Mantrailing hat Amalia kennengelernt – sie durfte nämlich mit in die große Hundebox und Leni und Bruno bei der Sucharbeit supporten.

Bruno wurde schnell zu Amalias großem Bruder, der seine Mädels immer bestens im Blick hatte und Leni zu einer liebevollen Spielgefährtin.

Uuuund wer hätte das gedacht –  an ihrem letzten Tag hüpfte Amalia todesmutig in den Kanal und  startete ihre ersten Schwimmversuche – kurz vor Seepferdchen 

Amalia hatte definitv eine unglaublich tolle Woche und sie wird sicher noch öfter bei den Vieren einziehen – denn es war bei Allen Liebe auf den ersten Blick!!

 Noah hat die Woche in der Hundeschule verbracht und durfte dort fleißig trainieren. Neben dem Leben in den verschiedenen Familien, ist das gezielte Training ebenso wichtig. Die Hunde müssten für später auf alles super vorbereitet sein. Noah durfte aber einen Ausflug ins Nachbarland – Holland machen und das Meer und den Strand entdecken. Sooo aufregend, die Wellen, der Sand und natürlich die längere Autofahrt! Er hatte viel Spaß und entwickelt sich super.

Während die Fellnasen die Welt hier entdecken, bereiten wir uns auf die Welt in Uganda vor. Am 10. April heißt es hoffentlich mit negativem PCR Test Time for Boarding. Die letzten Impfungen stehen an, die Visa sind beantragt, Hilfsmaterialien werden gesammelt, Info Material „Alles über Hunde“ wird fleißig gebastelt und somit füllen sich unsere Koffer schneller als gedacht. Wir freuen uns alle schon riesig auf die Reise und ich ganz besonders die Kids wiederzusehen. Wir werden die zwei Wochen vor Ort in Uganda nutzen, ganz viel mit den Kids zum Thema: „Alles rund um den Hund“ zu arbeiten. Zusätzlich nehmen wir auch viele offizielle Termine wahr, um uns bei den ugandischen Behörden (Jugendamt, Veterinärsamt, Tierklinik, Polizei, Kontakt zum Flughafen etc.) vorzustellen.  Alles, damit wir Amalia und Noah auf ihr besonderes Zuhause bestens und sinnvoll vorbereiten und wir eng und gut mit den ugandischen Behörden zusammenarbeiten können.

Am Donnerstag den 17. März wird es aufregend für uns. Ein Live Termin beim WDR steht an – um 19.30 Uhr könnt ihr den vom WDR gedrehten Film sehen und mich Live im Studio!! Also bitte einschalten, dabei sein und Daumen drücken. DANKE!!

Hakuna Matata Zoe

01.03.2022

New week – New adventure

Nachdem Amalia & Noah sich gut im Münsterland eingelebt haben, stand diese Woche ihr erster Umzug an. Mit einer Box & einem gepackten Rucksack ging es für die Beiden in Ihre neuen Pflegefamilien. Ein aufregender Moment für alle. Die Kleinen „abzugeben“ ist gar nicht so leicht, aber es war auch super schön zu sehen, wie sehr sich die „neuen Eltern“ Magarete und Sabine auf die kleinen Fellnasen gefreut haben. Sie haben von uns die Boxen der Welpen und einen Rucksack mit allem Equipment, was man so benötigt, bekommen…. Futter, Futterbeutel, Leine, Schleppleine, Napf und natürlich dem besonders wichtigen Tagebuch. Sowohl Amalia als auch Noah haben jeder ihr eigenes Tagebuch. Hier wird von allen Beteiligten eingetragen, was wann mit den Beiden unternommen wurde, was gut oder weniger gut lief, wie sie sich einleben, wohlfühlen, ihre Vorlieben oder Abneigungen – eben alles was uns als Team hilft, die zwei Süßen auf ihrem Lebensweg gut zu begleiten NICHT fehlen dürfen natürlich gaaanz viele Bilder 🙂  Diese Tagebücher werden mit den Beiden nächstes Jahr 2023 nach Uganda reisen und sicher super spannend für unsere Kids im Kinderkrisenhaus sein.

Für Amalia ging es zu Magarete & ihrem VierbeinerToni. Magarete ist seit vielen Jahren  Kundin der Hundeschule und selbst eine ausgebildete Therapiehundeführerin. Sie und Toni arbeiten als routiniertes Team in der tiergeschützen Therapie. Toni begleitet Magarete oft in ihrem Beruf als Grundschullehrerin in die Grundschule Ottmarsbocholt. Amalia durfte also nicht nur „Margaretes“ Arbeitsplatz kennenlernen, sondern auch direkt ein Praktikum bei Toni absolvieren 🙂 Und was soll ich sagen, ich glaube, die kleine Fellnase ist ein Naturtalent – sie hat es wirklich großartig gemacht. Die Kids in der Klasse schienen fast aufgeregter als Amalia selber, sie haben kleine Übungen mit ihr gemacht und sie selbstverständlich ganz viel gelobt!!!  Nach der spielerischen Arbeit durfte Amalia natürlich auch mit Toni die Natur erkunden, den Truppenübungsplatz in Handorf, andere Fellnasen ob groß – ob klein treffen, in ihrem Zuhause entspannen und Margarete hat für die liebevollen Streicheleinheiten gesorgt.  

Für Little Noah ging es zu Sabine und Family. Hier durfte er seinen „großen Pflegebruder Milow“ kennenlernen. Schaut man sich das tolle Foto an, würde ich sagen, die beiden verstehen sich super 🙂 Milow nahm Noah mit auf Erkundungstour –  die Umgebung, das Haus, seine Hundefreunde und Sabines Pferde. Sabine hat viele Pferde und Noah ließ es sich nicht nehmen, diese direkt persönlich zu begrüßen. Sabine war auf einen Geburtstag eingeladen und Noah durfte sogar mit:)  Wie es sich für einen angehenden Therapiehund gehört, lag er die ganze Zeit tiefenentspannt dabei und lauschte dem Stimmenwirrwarr:) 

Sonntag durften wir unsere Fellnasen „kurz“ wiedersehen. Neben all den Ausbildungsmaßnahmen für die Hunde hier in Deutschland ist es ebenso wichtig für unsere Kids in Uganda sie wenigstens via Zoom ein wenig kennenzulernen. Unsere Kids sind immer super interessiert und wissbegierig, wenn es um „ihre 2 Fellnasen“ geht. Amalia & Noah  sind durch die Gegend geflitzt, haben herumgetobt, sich geneckt und Pia und ich haben über die Erlebnisse der Woche berichtet und die Fragen der Kids beantwortet. Ehrlich gesagt war ich ganz schön positiv erstaunt, wie viele tolle Fragen die Kids sich überlegt hatten. Dabei ging es nicht nur darum, wie es den Welpen geht und was sie Tolles erlebt haben, sondern auch um Fragen zu der Arbeit mit Ihnen, welche Sprache sprechen wir mit den Hunden, sind die Kommandos auf Englisch, wo gehen wir mit den Hunden hin, wenn sie krank sind, wo schlafen die Beiden?? Wir zeigen und erklären ihnen wie und warum wir sie aus der Hand füttern, wie ihr Futter aussieht und warum sie viel ohne Leine laufen.  Wir merken, wie sehr sie sich schon mit Amalia und Noah beschäftigen, um ihr Wohlergehen besorgt sind. Wie wird es wohl erst werden, wenn die zwei Fellnasen dort leben. Ich würde sagen…Pia und ich haben förmlich fühlen können, unsere so süßen Vierbeiner werden ein liebevolles Leben haben und für die Kids tolle Wegbegleiter und Freunde werden. Dieses Lachen der Kids und das Funkeln in ihren Augen machten uns fast verlegen… mit Gänsehaut, feuchte Augen und Herzklopfen stieg ich wieder ins Auto und fühlt, diese Entscheidung „Acht Pfoten für Uganda“ war super, auch wenn vielleicht nicht immer jeder diese Meinung teilen kann. Allerdings kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass jemand bei diesen Kinderaugen anders denken würde. Diese Kids sind schwer traumatisiert, leiden an schrecklichen Alpträumen, „Dämonen2 schleichen sich in ihr Leben aber jetzt…alleine der Austausch mit ihnen und das Update über das Leben von Amalia und Noah löst laut den Sozialarbeitern viel Positives in Ihnen aus!

Diese Woche wird übrigens für uns alle eine ziemlich aufregende Woche, denn unsere Fellnasen gehen „LIVE on Stage“ ,haben ihren ersten Fernsehtermin und am Freitag geht es für uns Live ins WDR Studio. Wir freuen uns riesig, wenn ihr alle einschaltet und uns vom Sofa aus etwas supportet, würden wir uns freuen… ist ja doch etwas aufregend 🙂

Hakuna Matata Zoe

22.02.2022

Eine Woche voller Welpenpower

An meinen Füßen liegen zwei schnarchende Fellknäule – Amalia und Noah.

Seit dem 12.2 sind die beiden nun bei uns und somit ist es Zeit für ein kleines Update.

Jeder der schon mal einen acht Wochen alten Welpen bei sich zuhause hatte, kennt sicherlich die sowohl wunderschönen Seiten, als auch die des mitten-in-der-nachts –bei- Wind und Wetter rausgeh-Seiten, die wir eher zu den weniger schönen Seiten zählen würden.. aber, was muss das muss, und geht zum Glück auch relativ schnell vorbei.

In den ersten zwei Tagen haben wir mit den beiden erstmal ihre nähere Umgebung erkundet, bedeutet das Gelände der Hundeschule mit all seinen Bewohnern. So lernten die Hunde zum einen unsere eigenen fünf Hunde kennen, die Hunde aus den Junghundekurse, ein paar Hotelhunde, und was natürlich super spannend war, unsere Schweine und Hühner. Ich weiß nicht wer verwirrter geguckt hat – Schweinchen oder Welpe.

Amalia ist dann zu unserer Trainerin Marie gezogen. Die Trennung der Welpen ist wichtig, damit sie nicht zu sehr aufeinander hängen und sich mehr auf ihren Menschen konzentrieren können. Amalia und Marie verbrachten ihre Tage mit Maries beiden Hunde am Pferdestall, im Wald oder beim leckeren Brunchen in der Stadt. Amalia wurde hierfür, wie es sich für eine Münsteranerin gehört natürlich in der Sporttasche auf dem Fahrrad transportiert – die wird sich wundern, wenn sie feststellt, dass sie in einem Jahr NEBEN dem Fahrrad her hechten muss.

Noah ist bei Flo und mir geblieben, ist mit unserem Sohn Laufrad gefahren, hat unsere Hunde geärgert und ist mit in den ein oder anderen Hundeschulkurs gegangen.

Dann stand der erste große Ausflug an: gemeinsam mit Marie und Amalia ging es an den Aasee – was da alles los war! Fahrradfahrer, Kinderwagen, Walkingstöcke, Jogger, Rollstühle, die beiden kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Vor allem die Walkingstöcke hatten es den beiden sehr angetan… trotzdem funktionierte der Rückruf mit einer ordentlichen Portion Motivation wirklich richtig gut. Dazu muss man sagen, dass die Welpen, seit sie bei uns sind, 95% des Tages OHNE Leine mit uns laufen. Dadurch wird der angeborene Folgetrieb optimal genutzt und die Welpen lernen so ganz automatisch bei uns zu bleiben und zu uns zurückzukommen – bei dem eigenen Menschen sollte es schließlich am coolsten sein (noch cooler als festgebissen an einem Walkingstock).

Außerdem füttern wir die Welpen nur aus der Hand. Bedeutet in der Praxis: Wir rufen, die Welpen kommen, sie bekommen eine Handvoll Futter als Belohnung. So wird ihre Tagesration Futter über den Tag im Training verteilt. Dies hat den Mehrwert, dass die Motivation zu uns zukommen nochmals erhöht wird.

Am Wochenende stand dann das erste anspruchsvolle Außenreiztraining auf dem Programm: Es ging an den Bahnhof nach Münster.

Auch hier lag der Fokus auf dem Abrufen unter starker Ablenkung, der Schulung des Folgetriebs und auf dem ersten lockeren Leinentraining. (Das Video hierzu findet ihr bei Instagram).

Ihre erste Aufzugfahrt und das Ein-und Aussteigen in einen stehenden Zug meisterten die beiden ganz hervorragend. Als Belohnung gab es von vielen entzückten Bahnhofsbesuchern ordentliche Streicheleinheiten – wunderbares Training für unsere angehenden Therapiehunde.

Auf dem Programm für die nächste Woche steht Münsters Innenstadt, denn auch hier ist ordentlich viel zu erleben und die Hunde sollen in der Prägephase so viel wie möglich erleben, um alles positiv konnotiert in sich aufsaugen zu können.

Die Pausen im gemütlichen Körbchen, Kuschelrunden und die wilden Spieleinheiten kommen dabei selbstverständlich nicht zu kurz!

Hakuna Matata, Pia

09.02.2022

Aussicht auf Amalia & Noahs nächsten 1,5 Jahre

Hallo ihr Lieben,

in ein paar Tagen ist es endlich soweit und die beiden Fellnasen werden bei uns einziehen. Somit ist dies hier der letzte Blogbeitrag den wir schreiben, ohne dass Amalia und Noah um uns rumwuseln – wir aufregend!!

Nachdem wir euch jetzt ganz viel über uns, über die Kids in Uganda, über das Projekt und über die ersten Wochen aus Amalia und Noahs Leben erzählt haben, möchte ich heute mit euch ein wenig in die Zukunft schauen und euch erzählen wie die Ausbildung der beiden in den nächsten 1,5 Jahren aussehen wird.

 Das Therapiehundeausbildungskonzept unserer Hundeschule umfasst viele Seiten, ich versuche euch das Wichtigste für Amalias und Noahs Ausbildung etwas kürzer zusammenzufassen.

In einem vorherigen Blogbeitrag konntet ihr bereits nachlesen, welche Auswirkungen Therapiehunde im besten Fall auf den Menschen haben können. Wie werden die Hunde also von „normalen“ Hunden zu Therapiehunden?

Die Ausbildung beginnt mehr oder weniger ab Tag 1, wenn die beiden bei uns einziehen. Natürlich ganz langsam….

Bis ca. zur 16. Woche befinden sich unsere Hunde in der Prägephase. In dieser Zeit saugen sie alle neuen Informationen und Eindrücke wie ein Schwamm auf. In diesen Wochen ist es besonders wichtig die Hunde schon langsam an das heranzuführen, was sie in ihrem späteren Leben erwartet. Bedeutet für Amalia und Noah:

  • Viele verschiedene Personen kennenlernen, ob jung, alt, groß oder klein.
  • Verschiedenste Orte kennenlernen
  • Verschiedenste Fortbewegungsmittel ausprobieren
  • Die taktile Wahrnehmung auf verschiedenen Untergründen schulen
  • Eine positive Bindung zu vielen Personen aufbauen
  • Sich auch mal ins Getümmel des Münsteraner Prinzipalmarktes am Samstag und auf Schulhöfe und in Kindergärten wagen
  • Viel, viel Kontakt zu anderen Hunden (das sollte bei uns denke ich kein Problem sein )
  • Das sichere Abrufen der Hunde aus dem Freilauf in verschiedenen Situationen festigen
  • Grundlagen für eine PERFEKTE Leinenführung legen

 

Ihr seht, obwohl die Kleinen noch kein klassisches „Hundeschultraining“ erwartet, haben sie ab Samstag viel zu tun! Natürlich immer mit Blick auf ihr Wohlbefinden und auf das langsame Heranführen an neue Situationen – ist ja klar.

Amalia und Noah werden von der Welpenschule an bis zum Mensch-Hund-Kurs alle Hundeschulkurse besuchen. So werdet auch ihr das Training der beiden live mitverfolgen können und natürlich brauchen auch Amalia und Noah wie alle anderen Hunde ordentlich Training unter Ablenkung mit Artgenossen – die Pubertät wird auch an den beiden nicht vorbei gehen.. Ausreden zählen aber natürlich auch bei uns nicht!

 Mit ca. 6 Monaten startet dann das „richtige“ Therapiehundeausbildungstraining. Die Ausbildung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen praktische Therapiestunden in verschiedensten sozialen Einrichtungen und zum anderen ein Unterordnungstraining, welches die Hunde zu 1000% verlässlichen Partnern ausbildet.

Nach ca. der Hälfte der Zeit werden Amalia und Noah eine Zwischenprüfung ablegen, welche sich auf den Unterordnungsbereich fokussiert. Unter anderem werden folgende Übungen abgefragt:

  • Platz auf die Hälfte (ca. 50 -100 Meter Distanz)
  • Leinenführung und Kommandogabe von einer völlig fremden Person
  • Das richtige Treppenlaufen mit dem Hundeführer und einer völlig fremden Person (der Hund darf sich immer nur auf der Stufe hinter dem Hundeführer befinden und ihn niemals überholen – Sturzgefahr)
  • 5 Minuten im Platz liegen bleiben, ohne Sichtkontakt zum Hundeführer
  • eine lange Strecke unter starker Ablenkung Beifuß ohne Leine laufen
  • Kommando „nein“ um den Hund vor der Aufnahme etwas vermeintlich Giftigen zu schützen
  • Perfekte Leinenführung in der gesamten Prüfungszeit
  • Richtiges Aufzugfahren
  • Punktgenaues Heranrufen des Hundes aus einer Situation mit starker Ablenkung
  • Festes durchgeknuddelt werden von einer völlig fremden Persoen

 Ihr seht selbst, diese Übungen sind ordentlich anspruchsvoll und bedürfen konsequentes und intensives Training, über einen sehr langen Zeitraum. Gleichzeitig sind diese Aufgaben aber auch Voraussetzungen dafür, dass aus Amalia und Noah super gute Therapiehunde werden können.

Neben dem Unterordnungsteil werden die beiden Fellnasen in den eineinhalb Jahren noch sehr viel lernen:

  • Mitlaufen am Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen
  • Apportieren von verschiedensten Gegenständen an unterschiedlichen Orten
  • Coole Tricks, die die Kids in Uganda weiterausbauen können
  • Eine Kombination aus „Agility“ und „THS“, ein Heranführen an die verschiedenen Geräte und Sprünge, damit wir mit den Kids in Uganda einen Parcours bauen können, über den sie dann mit ihren beiden Hunden flitzen können

 In den praktischen Therapiestunden werden wir in diversen Einrichtungen arbeiten, sicherlich mit dem Fokus auf der Arbeit mit Kindern, aber eben nicht nur. So wird es für die beiden in die LWL Klinik, ins Stift Tilbeck, in Altenheime, Kindergärten, Schulen, Kinderheime usw. gehen. Immer mit dem Ziel die Hunde an die Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen und Situationen zu gewöhnen. Sie werden lernen wie sie sich bestimmten Personengruppen gegenüber zu verhalten haben (extreme Vorsicht bei sehr kleinen Kindern oder bei alten gebrechlichen Leuten) und wie sie noch mehr Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen nehmen können außer durch ihre bloße Anwesenheit.

Ich hoffe, dass der Beitrag euch einen guten Überblick über das gegeben hat, was Amalia und Noah in nächster Zeit erwarten wird. 

Wir werden euch aber selbstverständlich sowohl auf Instagram als auch hier auf unserem Blog über alle kleinen und großen Schritte unserer acht Pfoten für Uganda auf dem Laufenden halten.

Hakuna Matata, Pia

01.02.2022

Amalia & Noah- zwei wunderbare Fellnasen & ihr ganz besonderer Start ins Leben

Mit so einem besonderen Start ins Leben, hatten wir allerdings alle nicht gerechnet. Für unsere verrückte Idee brauchten wir Menschen, die ebenso ein wenig verrückt sind, aber das aller wichtigste war es Hunde zu finden, für die Uganda Heimat werden kann.

Es gibt so viele unterschiedliche Hunderassen, jede ist auf ihre Art besonders, sowie jeder einzelne Hund einen ganz individuellen Charakter hat. Wenn es aber um traumatisierte Kinder und eine weit entfernte neue Heimat geht, dann sollte es eine Rasse sein, die von einem echten Hundeprofi empfohlen wird. 

Verrückt und Hundeprofi? Wer könnte dafür besser geeignet sein als Florian, Pia und ihr Team der komm! Hundeschule. Pia & Florian fanden nicht nur unsere Idee super, sondern hatten in kürzester Zeit aus einer verrückten Idee ein Konzept entwickelt. Sie haben eben ein echtes Gespür für Hund und Mensch. Wenn traumatisierte Kinder von Therapiehunden unterschützt werden sollen, dann gibt es viele Dinge zu bedenken und sie sollten verantwortungsvoll umgesetzt werden. Florian kannte Maike, ihre Familie und ihre Hundezucht. Er hat bereits die kleine Dori in der komm! Hundeschule, welche zurzeit erfolgreich als Assistenz-Hündin ausgebildet wird. Die Welpen von Meike eignen sich besonders gut für die Therapiehundeausbildung, da sie die nötige Power, aber eben auch gleichzeitig die nötige Ruhe mitbringen.

Meike züchtet unter anderem Foxred Labradore und der nächste Wurf sollte Mitte Dezember das Licht der Welt erblicken- wie passend! Florian erzählte Meike von der Idee und davon, dass wir, wenn möglich eine Hündin & einen Rüden brauchen. Meike war ebenso begeistert, wie wir, von der Idee „Acht Pfoten für Uganda“. Wie nah aber Freude und Trauer beieinander liegen können, zeigt uns das Leben immer wieder und leider sind wir selten darauf vorbereitet. Sechs Stunden nach der Geburt der kleinen Rasselbande verstirbt plötzlich die Mütterhündin Elly. Für uns alle eine traurige Nachricht, aber ein großer emotionaler Schock für Meike & ihre Familie – Meike hing sehr an ihr. Als wir abends unsere Kids via Zoom von den traurigen Erlebnissen erzählt haben, konnten wir aber irgendwie merken, dass sie zwar traurig waren, aber sich ganz plötzlich noch mehr in Welpen verliebt haben. Sie wissen wohl besser als wir, was es heißt schwere Schicksalsschläge erleben zu müssen und zu Weisenkindern zu werden.

 Trotz der Trauer hat sie unermüdlich für die Welpen gesorgt und nur deshalb entwickeln sie sich so wunderbar. Nach ca. 2 Wochen öffneten sie langsam ihre Augen und starteten ihre ersten Steh- & Laufversuche. Juhu am 16.01.22 war es endlich soweit und auch wir durften die Welpen besuchen. Ich glaube nun waren auch wir alle schockverliebt – die Kleien sind wirklich sooo süß.

Wir durften Sie beobachten, anfassen und das alles mit Liveschaltung via Zoom zusammen mit unseren Kids im Kinderkrisenhaus aus Uganda erleben.

Zwei Fellnasen waren aktiver als die anderen. Zwei lagen ganz entspannt in der Ecke – da war fast schon klar, welche der 4 süßen Welpen nach Uganda ziehen würden. Denn entspannt für die Arbeit in Uganda ist doch super, oder? Wir entschieden uns also für die Hündin mit dem pinken Halsband – Amalia und der Rüde mit dem schwarzen Halsband Noah.

 Florian untersuchte die Welpen und machte kleine Tests mit ihnen. Die Hündin mit dem roten Halsband hatte es Sandra & Mario von der roestbar Münster angetan. Sie werden sie Tilda taufen, sie wird als zweite Hündin zu ihnen ziehen und somit kleine Schwester von Hedda werden. Alle 4 bleiben aber noch 4 Wochen bei Meike und ihrer Familie, werden weiterwachsen, gechipt, erste Impfungen bekommen und für Action in the Hood sorgen.

Am 12.02.22 dürfen wir Amalia & Noah dann endlich abholen und unser gemeinsames großes Abenteuer starten. Es wird für uns alle sicher eine echte Herausforderung, aber mit vielen tollen & qualifizierten Unterstützern sicher auch ein tolles Erlebnis. Wir freuen uns unglaublich auf sie.

Hakuna matata Zoe

 

25.01.2022

Uganda – eine Reise nach Ostafrika

Ein Land, welches einst Winston Churchill „die Perle Afrikas“ nannte. Eine Gegend, die sich durch ihre wunderbare Natur und besonders vielfältigen Tierwelt auszeichnet.

Amalia & Noah werden aber in ein ganz besonders Gebiet ziehen, in den Norden Ugandas, nach Gulu, die zweitgrößte Stadt Ugandas. Über 24 Jahre tobte hier ein grausamer Bürgerkrieg, der das Volk des „Acholi Stammes“ schwer traumatisierte. Es war ein Glaubenskrieg den Joseph Coney, immer noch Nummer eins der gesuchtesten Gewaltverbrechern weltweit, gegen sein eigenes Volk geführt hat. Über 80% seiner Armee bestand aus Kindersoldaten und die Mädchen hielt er als Sexsklavinnen. Als meine Mama sich vor 16 Jahren ihren Lebenstraum, sich in der Entwicklungshilfe in Afrika zu engagieren, erfüllte und dann vor 12 Jahren den Verein Lichtstrahl Uganda gründete, waren es genau diese traumatisierten Menschen, die sie so bewegt haben, Lichtstrahl Uganda hier entstehen zu lassen. Mittlerweile arbeiten in unserem Projekt über 100 Mitarbeiter in verschiedensten Bereichen. Medizin- und Entbindungsstation, Nursery und Primary Schule, Mütterkrisenhaus, unserem re-income Projekt Lichtstrahl roestbar coffee Shop & Guesthouse und nicht zuletzt in unserem Kinderkrisenhaus.

Das bedeutet über 12.000 Patienten pro Jahr, über 3.000 Frauen in der Vor- und Nachsorge & Entbindung, über 600 Kinder in unseren Schulen und 50 Kids, die bei uns leben. Die Zahlen sind aussagekräftig für Menschen, deren Leben ein täglicher Überlebenskampf ist. Unsere 29 Mädchen und 21 Jungen, die Ihr neues Zuhause hier bei uns im Lichtstrahl Projekt gefunden haben, haben alle eine schwere Lebensgeschichte.

Durch die wunderbare Spende der Merck Family Fundation bauen wir dieses Jahr ein kleines Dorf für diese Kinder, sodass sie in familienähnlichen Strukturen groß werden. Dort wird es auch viel Platz für die beiden Fellnasen geben. Denn dieses Gelände liegt etwas ruhiger und abgelegener in Richtung Buschland. Amalia & Noah werden nicht nur Wegbegleiter, sondern sicher auch großartige Freunde, Beschützer und Zuhörer werden. Genau das, was für schwer traumatisierte Kids so wichtig ist! Schon jetzt haben sich unsere Kids, wenn auch nur via Zoom, in die beiden Fellnasen verliebt. Auch wenn die Zwei nach 1,5 Jahren auf große Reise gehen und nicht mehr so nah bei uns im Münsterland sind, glauben wir, dass Sie es bei den Kids richtig guthaben. Das Strahlen und die Wärme in den Augen der Kinder hat uns schon jetzt alle überzeugt. Natürlich haben wir schon vorab Kontakt mit Tierätzen ohne Grenzen, dem lokalen Tierarzt aus Gulu & dem Tierarzt Maxwell, der rund um die Uhr da ist, aufgenommen, damit die zwei Fellnasen auch hier bestens versorgt sind. Und tatsächlich gibt es in Gulu sogar eine Tierklinik, wenn das mal nicht optimale Bedingungen sind!

Es ist für das ganze Team der komm! Hundeschule & Lichtstrahl Uganda ein tolles Gefühl, dass Amalia & Noah das Leben dieser Kinder verändern werden – und die beiden Fellnasen hoffentlich ein positiver Meilenstein für die Zukunft der Kids bedeuten.

 Hakuna Matata Zoe

18.01.2022

Über die Tiergestützte Therapie

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch gerne in die Erkenntniswelt der Tiertherapeutischenarbeit mitnehmen. Wahrscheinlich könnte ich über dieses Thema 6000 Seiten schreiben, ich versuche jedoch mich etwas kürzer zu fassen.

Fokussieren werde ich mich heute auf den Hund und seine Auswirkungen auf den Menschen. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Hund das einzige Tier ist, welches einen positiven Einfluss auf die psychische und physiologische Gesundheit von Menschen haben kann.

Tiergestützte Therapie ist eine zielgerichtete, geplante und strukturierte therapeutische Intervention, die von professionell im Gesundheitswesen, der Pädagogik oder der Sozialen Arbeit ausgebildeten Personen angeleitet oder durchgeführt wird. Fortschritte im Rahmen der Intervention werden gemessen und professionell dokumentiert. TGT wird von beruflich (durch Lizenz, Hochschulabschluss oder Äquivalent) qualifizierten Personen im Rahmen ihrer Praxis innerhalb ihres Fachgebiets durchgeführt und/ oder angeleitet. TGT strebt die Verbesserung physischer, kognitiver verhaltensbezogener und / oder sozio-emotionaler Funktionen bei individuellen Klienten an.

Tiergestützte Therapie ist anders als man vielleicht denken mag, keine Neuerscheinung. Aufzeichnungen aus dem 9. Jhd. belegen den Einsatz von Tieren in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität und zur Strukturierung ihres Tages. In den 60er Jahren kam es zu ersten wissenschaftlichen Untersuchungen des therapeutischen Einsatzes von Tieren ( z.B Boris Levinson „The Dog as a Co-Therapist“ (1962). Hier liegt der Startpunkt der modernen Tiergestützten Therapie. In den 70er Jahren etablierte sich das Therapeutische Reiten. Von da an wuchs das Tiertherapeutische Angebot stetig.

Wieso aber haben Tiere, in unserem Fall der Hund, eine so positive Auswirkung auf das Wohlbefinden von Menschen?

Dies hat verschiedenste Gründe, die ich euch im Folgenden kurz erläutern möchte. Mir ist jedoch auch wichtig direkt zu Beginn zu erwähnen, dass man nicht pauschal sagen kann, dass jeder Hund auf jeden Menschen positive Auswirkungen hinsichtlich seines Wohlbefindens hat.

Um bei der Tiergestützten Therapie Erfolg verzeichnen zu können ist es notwendig, wie in jeder anderen Therapieform auch, dass der/ die Klient*in der Tiergestützten Therapie offen und positiv gegenübersteht. Zurück zu den Gründen, die die tiertherapeutische Arbeit mit Hunden so vielversprechend machen…

 

1.Das Oxytocin-System und seine Effekte

Oxytocin oder auch Bindungs-und Kuschelhormon genannt, reguliert den Blutdruck und den Kortisolspiegel. Das Hormon wird in vertrauensvollen Beziehungen und bei sozialen Bindungen zwischen Menschen ausgeschüttet. Vor allem bei Berührungen, streicheln, längerem Blickkontakt oder beim Stillen eines Säuglings erhöht sich der Oxytocin-Spiegel maßgeblich. Wird das Hormon ausgeschüttet wirkt sich dies positiv auf physiologische und psychologische Faktoren beim Menschen aus. So kann nachweislich der Blutdruck und die Herzfrequenz gesenkt, Angst und Aggression bei sozialem Stress gemindert, und die Empathie gefördert werden.

Und jetzt kommt das Schöne an der ganzen Oxytocin-Geschichte: Auch beim Körper- und Sichtkontakt von Mensch und Hund wird unser Bindungshormon ausgestoßen, und zwar sowohl beim Menschen, als auch beim Hund (falls sich also jemand als Therapiemensch für Hunde ausbilden lassen möchte, Bewerbungen werden ab jetzt angenommen ). Bedeutet also, dass Tiere (Hunde) die Fähigkeit besitzen „die Aktivität des sympathischen Nervensystems zu reduzieren und damit physiologische Stressreaktionen abzupuffern“ (Julius et. al. 2014, 76). So können sie für Menschen in stressigen oder unangenehmen Situationen eine echte Stütze sein. Durch die Anwesenheit und die Berührung des Hundes wird Oxytocin ausgestoßen – die jeweilige Situation wird für den Menschen als angenehmer wahrgenommen.     So konnte beispielsweise in Studien festgestellt werden, dass der erhöhte Blutdruck von Kindern in Vorlesesituationen durch die Anwesenheit eines Hundes sinkt. Ebenso konnte beobachtet werden, dass während der Interaktion mit einem Hund die Muskelspannung im Gesicht nachlässt und sich sowohl Entspannung als auch ein Lächeln ausbreiten.

 

2.Der Hund als Vertrauensperson und echter Bindungspartner

In einer von Bergler durchgeführten Studie wurden 240 Kinder danach gefragt, welche Aussagen über die Beziehung zu ihrem Hund zutreffen. 86 % der Kinder stimmen der Aussage zu, dass ihr Hund immer für sie da ist und dass sie ihm alles erzählen können. Weitere 81 % geben über ihren Hund an, dass er ihnen immer zuhört, und 76 % fühlen sich sicher und haben keine Angst, wenn der Hund bei ihnen ist. 72 % stimmen der Aussage zu, dass der Hund sie tröstet, wenn sie traurig sind oder Sorgen haben (Bergler 2009, 39f.).

Zudem können Tiere ein echter Gesprächspartner sein, wer von uns hat seinem Hund noch nie von einem sch*** Tag bei der Arbeit erzählt oder sich still und heimlich über Mitmenschen ausgelassen – klar, unsere Hunde können es ja auch wirklich nicht weiter tratschen…Hunde können echte Gesprächspartner sein, mit denen Freud und Leid geteilt werden. Obwohl der Hund die einzelne Information nicht versteht, fühlt er intuitiv die Stimmung seines menschlichen Partners. Er weiß, ob sein Herrchen fröhlich oder verstimmt ist, und wirkt somit wie ein ‚stiller Psychiater‘, weil er geduldig und scheinbar teilnahmslos zuhört (vgl. Greiffenhagen & Buck- Werner 2012, 45). Besonders Kinder, um die es ja primär in unserem Projekt geht, nehmen Hunde als Lebewesen wahr, denen sie alle Geheimnisse anvertrauen können, ohne dass sie Angst vor negativen Konsequenzen haben müssen. Ein Hund vermittelt den Eindruck an allem interessiert zu sein und Verständnis für die Probleme der Kinder zu haben. Gerade schüchterne oder ängstliche Kinder öffnen sich Hunden oftmals eher als anderen Menschen. Insbesondere, wenn die Eltern oder deren Unterstützung im Leben der Kinder fehlt, kann die Beziehung zu einem Hund vor Gefühlen wie Einsamkeit, Minderwertigkeit und Ausgrenzung schützen.

 

3.Was können unsere Kids in Uganda von Amalia und Noah lernen?

Neben der Tatsache zwei echt Fellnasen als Freunde, Beschützer, Zuhörer und Wegbegleiter zu haben, können im Zusammenspiel zwischen Kind und Hund noch andere positive Effekte auftreten. So wird das Verantwortungsgefühl und das Pflichtbewusstsein geschult, indem die Kinder für das Wohl der beiden Hunde die Verantwortung tragen. So muss darauf geachtet werden, dass die aufgestellten Dog-Rules eingehalten werden und sich jeder rücksichtsvoll den Hunden gegenüber verhält. Auch die Versorgung der Hunde in Form von Spaziergängen, Wasser- und Futtergabe fällt unter die Aufgaben der Kinder und muss täglich eingehalten werden. Die Sensibilität für andere Lebewesen, das genau hinschauen und „hinfühlen“, schulen die Kinder in der Art wie sie mit Amalia und Noah kommunizieren. Was möchte der Hund mit seiner Körpersprache ausdrücken? Geht es ihm gut? Tut ihm etwas weh? Hat er Spaß an dem was wir mit ihm machen? All diese Dinge, können Hunde nicht verbal kommunizieren. So müssen wir Menschen uns auf die nonverbale Ebene einlassen, welche hilft Empathie, Sensibilität und empathisches Verhalten gegenüber anderen Lebewesen zu fördern. Vor allem für die schwer traumatisierten Kinder im Kinderkrisenhaus ist es häufig schwierig eigene Gefühle zuzulassen, sich zu öffnen und über das Erlebte zu sprechen. Amalia und Noah als Zuhörer können den Kindern mit einer bedingungslosen positiven Wertschätzung begegnen. Sie werden die Gefühle der Kinder wahrnehmen, sich einfühlen, auf sie reagieren und sie vor ihren Gedanken beschützen. Dabei bleiben sie immer authentisch und kongruent. Durch den intensiven Kontakt wird wie oben bereits beschrieben Oxytocin ausgestoßen, welches bei den Kids dann Stressmindernd wirkt.

Und was zum Schluss natürlich nicht zu kurz kommen darf, ist der RIESEN SPASS den die Kids mit Amalia und Noah haben werden!

In einem Land, in dem Hunde sonst vor allem auf der Straße leben, als dreckig und gefährlich wahrgenommen und von unserer Assoziation vom Zusammenleben von Mensch und Hund meilenweit entfernt sind, wird es umso spannender sein zu beobachten welche tolle Beziehung zwischen den Kids und ihren Wegbegleitern entstehen wird!

In diesem Sinne,

Hakuna Matata, Pia

11.01.2022

Das acht Pfoten für Uganda Team stellt sich vor

Zoe von Lichtstrahl Uganda e.V.

Now or never…..ich bin die, die mit den tanzenden Gedanken – Zoe Rath. Das aus meinem Traum nun ein echtes Projekt geworden ist, habe ich ganz besonderen Menschen zu verdanken. Eine davon ist Pia und wie das Leben oft so spielt….wir sind uns schon vor vielen Jahren auf dem Schulhof begegnet. Das wir hier zusammen diesen Blog für Euch schreiben, ein nun gemeinsames Herzensprojekt teilen, damit hat damals wohl keine von uns gerechnet. Es wird sicher ein ganz besonderer Moment für mich sein, wenn Pia, Pepe und Florian unsere Lichtstrahl Kids in Uganda Ostern 2022 persönlich kennenlernen!! Jetzt freue ich mich aber erstmal, Euch auf diese spannende Reise „acht Pfoten für Uganda“ mitzunehmen.

Hakuna Matata Zoe

Pia & Flo von der komm! Hundeschule

Meine Stimme kennt ihr ja schon aus älteren Blogbeiträgen und von Instagram. Natürlich möchte aber auch ich mich bei euch etwas ausführlicher vorstellen. Das tue ich nicht allein, sondern in Kombination mit Flo – als Partner in Crime versteht sich.

Gemeinsam betreiben wir die komm! Hundeschule in Senden.

Flo ist seit 15 Jahren Hundetrainer, die eigene Hundeschule gibt es seit mittlerweile seit 10 Jahren. Ich selbst bin erst durch Flo in die große Hundeschulwelt abgetaucht, hatte davor auch immer eigene Hunde. Neben der Arbeit im verrückten Hundeschulleben arbeite ich als Lehrerin an einer Hauptschule mit den Fächern Deutsch und Sozialwissenschaften.

Im Jahr 2016 habe ich für ein halbes Jahr in Kapstadt gelebt und im Phillippi Children Center gearbeitet, eine „Kindertagesstätte“ mit Vorschule in Phillippi, eines der größten Townships in Kapstadt. Seitdem hat mich, wie Zoe es so schön sagt, das „Afrika-Feeling“ gepackt, was vor allem mit den dort lebenden Menschen zusammenhängt.

Flo und ich haben selber fünf eigene Hunde, eine Bande gemischt aus den unterschiedlichsten Rassen. Da wären unsere beiden Omis Jess (Border Collie) und Zola

(Staffordshire Mix aus einer Tötungsstation in Ungarn), der kleine Quatschkopf Lou (Harzer Fuchs), der Hahn im Korb Kaami (Aussie x Golden Retriever Mix) und die Jüngste im Bunde Zazou (Belgischer Schäferhund).

Für uns gibt es nichts Schöneres als unsere freie Zeit mit unserem Sohn Pepe unseren fünf Fellnasen in Action zu verbringen. Ob eine Wanderung hoch auf die Zugspitze oder bei einer Vantour den Atlantik runter, unsere Hunde sind immer mit dabei.

Diese Freude, diese unglaubliche Bindung zu unseren Hunden und ein gegenseitiges Verständnis was keinerlei Worte bedarf, versuchen wir tagtäglich an die Mitglieder unserer Hundeschule weiterzugeben.

Die komm! Hundeschule zählt zu den größten Hundeschulen NRWs, mit bis zu 1500 trainierenden Mensch-Hund-Teams pro Woche und einem 11-köpfigem Trainerteam.

Neben klassischen Welpen-, Junghunde-, und Mensch-Hund-Kursen, bieten wir eine große Bandbreite an zusätzlichen Kursen an. Wer es sportlich mag findet sich meist beim Agility, THS, Canicross oder Dogscooter wieder. Auch Trick,- Apportier,- und Kinderkurse sind bei uns sehr beliebt. Außerdem bieten wir Obedience, Anti-Gift-Köder-Kurse und Erste-Hilfe-Kurse für den Hund an.

Die Spürnasen finden bei der Flächen-Trümmer-Suche oder beim Mantrailing ihre Auslastung. Flos Mantrailer Suchhundestaffel ist seit letztem Jahr Teil der Johanniter Rettungshundestaffel, worauf wir sehr stolz sind.

Ein besonderer Zweig unserer Hundeschule ist die Ausbildung von Therapie- und Assistenzhunden. Hierauf liegt auch der Fokus meiner Arbeit in der Hundeschule, vor allem im Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Unsere angehenden Therapiehunde arbeiten in den verschiedensten Bereichen. Neben den schon etwas bekannteren Einsatzorten für Therapiehunde, wie Schulen, Kitas und Altenheime, bilden wir unter anderem auch Hunde für Psychologische, Physiologische uns Osteopathische Praxen aus.

Ein noch speziellerer Fall ist Hündin Fritzi. Fritzi ist der erste Therapiehund der von einer Richterin mit im Gerichtssaal und/oder bei Vernehmungen geführt wird. Sarah und Fritzi absolvierten im letzten Jahr erfolgreich ihre Ausbildung bei uns, und arbeiten nun gemeinsam auf dem Richterstuhl.

Zusätzlich bildet Flo Assistenzhunde aus. Als Unterstützer und potenzielle Lebensretter auf vier Pfoten erkennen diese Hunde beispielsweise einen Epileptischenanfall, noch bevor es eine Maschine tut und können so ihren Besitzer warnen oder Hilfe holen.

Als Zoe mit ihrer Idee und der Nachfrage zu uns kam, ob es nicht möglich wäre einen Therapiehund für das Kinderkrisenhaus in Uganda auszubilden, waren wir direkt Feuer und Flamme – so ein Projekt schreit ja förmlich nach uns!

Und so sitzen wir nun hier, freuen uns riesig auf die Welpen, die im Februar bei uns einziehen und sprudeln nur so über vor lauter Ideen, welche das Projekt noch weiter nach vorne bringen könnten.

Die beiden Welpen, Amalia und Noah werden mit 8 Wochen bei uns und unserem Trainerteam einziehen. Es ist wichtig, die beiden direkt von Anfang an, an ein großes Rudel Menschen zu gewöhnen, denn in so eines werden sie auch in Uganda reinwachsen, mit vielen verschiedenen Kindern aller Altersgruppen und tollen Sozialarbeitern, die für die Hunde in Uganda verantwortlich sein werden.

Hakuna Matata, Pia

Sandra & Mario von der roestbar in Münster

Nachdem unsere alte Hundedame 16 Jahre alt geworden ist und wir eine neue Hündin , Hedda ,bekamen, hatten wir alles vergessen was Hundeerziehung betrifft und Hedda tanzte uns auf der Nase herum.

Durch einen tollen Tipp versuchten wir es bei Florian und Pia in der komm hundeschule und sind begeistert über die Vielfalt des Trainingsangebots und den Erfolg des Trainings. Hedda macht Mantrailing und ist sehr glücklich dabei. Selbstverständlich kommt unsere kleine Hündin, sie wird Tilda heißen , auch in die beste Ausbildung bei Pia und Florian.

Das Lichtstrahl Projekt ist für uns seit vielen Jahren eine Herzensangelegenheit, wir sind stolz darauf es unterstützen zu dürfen. Wir waren selbst schon mehrfach dort und sind sehr begeistert was Heike dort geschaffen hat und wieviel Hilfe direkt ohne Umwege dort ankommt.

Die Idee, den schwer traumatisierten Kindern Therapiehunde als Begleiter an die Seite zu geben , faszinierte uns total. So entschieden wir , ein Geschwister aus dem selben Wurf bei uns einziehen zu lassen und freuen uns riesig auf Tilda und ihre Ausbildung in der komm Hundeschule.

Unsere betreuende Tierärztin Daniela

Tierärztin zu sein ist für mich nicht nur Beruf, sondern auch Berufung.

Es ist jeden Tag auf’s neue spannend herauszufinden, was meine Patienten haben und wie ich ihnen helfen kann. Bei einigen ist es sehr einfach und eindeutig, bei anderen ist es komplizierter. Gleichzeitig ist es meine Aufgabe immer den Besitzer mit ins Boot zu nehmen, Zusammenhänge zu erklären, mögliche Therapien zu besprechen und den Entscheidungsprozess zu begleiten. Auch das ist es bei einigen sehr einfach und bei anderen komplizierter.

Ich habe sehr viele unterschiedliche Beziehungen zwischen den Tieren und ihren Haltern kennenlernen dürfen. Und nicht erst beim Einschläfern fällt auf, was für enge Bindungen entstehen können und wie oft ein Tier bei seelischer Not gut tut!

Seit über 25 Jahren begleiten mich Golden Retriever, sodass ich keinerlei Komplikationen befürchtete, als ich mir vor knapp 2 Jahren einen jungen Straßenhund aus Rumänien als Zweithund holte.

Die Schwierigkeiten ließen aber nicht lange auf sich warten, und nach einigen Fehltritten landeten wir endlich in der Komm! Hundeschule.

Kalle hatte zu dem Zeitpunkt schon fast 1 Jahr Zeit, sein Fehlverhalten zu festigen. Meine bisherigen Erziehungsmethoden und mein Verhalten gegenüber Hunden wurde komplett umgekrempelt, um aus mir die richtige Hundeführerin für Kalle zu formen und auch die Beziehung zu Leni (meinem Golden Retriever) hat sich dadurch positiv verändert.

Es ist ein Prozess – der stetig fortschreitet, bei dem wir uns immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen müssen, ich mich immer wieder selbst reflektieren muss und wir gemeinsam immer besser werden!

Manchmal bin ich noch zu ungeduldig oder lass mich von meinem Umfeld zu sehr unter Druck setzen. Und dann ist es immer wieder schön, von Florian auf den Pott gesetzt zu werden und sich vor Augen zu führen, wo wir her kommen und was wir schon alles erreicht haben!

Deshalb war es für mich selbstverständlich zuzusagen, als ich gefragt wurde, ob ich das Projekt und die Hunde für Uganda begleiten und betreuen würde.

In der kurzen Zeit bin ich schon mit heftigen (und nicht immer schön formulierten) Gegenargumenten bombardiert worden.

Und es ist auch gut, gründlich darüber nachzudenken, ob es wirklich für alle Beteiligten eine gute Lösung ist.

Ich für mich bin zu dem Entschluss gekommen, dass Amalia und Noah sehr vielen Kindern und Jugendlichen helfen können ihre Traumata besser zu verarbeiten. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es ihnen in Uganda gut gehen wird, weil es garantiert nicht an Liebe und Fürsorge mangeln wird (anders als es leider teilweise in Deutschland der Fall ist).

Jetzt ist es meine Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden die bürokratischen Hürden der Ein- und Ausreise zu überwinden.

Von deutscher Seite her, dauert es zwar etwas, bis man an der richtigen Adresse landet, aber dann ist ganz klar geregelt, was für Kriterien erfüllt werden müssen.

Auf der ugandischen Seite habe ich mit ganz anderen Hürden zu kämpfen… Ich warte bis heute auf die Antworten…

Gleichzeitig muss ich natürlich versuchen herauszufinden, was für Krankheiten oder Parasiten in Uganda auf die beiden Hunde warten und versuchen, sie möglichst gut davor zu schützen.

Heike von Lichtstrahl Uganda e.V.

Hallo – Hello – Apwoyo – ich bin Heike Rath, 1. Vorsitzende von Lichtstrahl Uganda e.V. und habe mir vor vielen Jahren nach einer langen, schweren Krankheit meinen Lebenstraum erfüllt, mich in der Entwicklungshilfe in Afrika zu engagieren. Was es allerdings heißt, in ein bürgerkriegstraumatisiertes Gebiet zu fahren , was es allerdings heißt, an einer Malaria zu erkranken oder wohlmöglich daran zu versterben, an Hunger zu leiden, ein Baby unter einem Mangobaum zu gebären und die Schule nicht besuchen zu dürfen, das war mir nicht klar.
All diese Erlebnisse haben mich dazu bewogen mit Freunden Lichtstrahl Uganda e. V. zu gründen. Heute behandeln wir auf unserer Medizinstation über 12.000 Patienten pro Jahr, über 3.000 Frauen kommen zur Entbindung , Vor und Nachsorge und zur Familienplanung, insgesamt besuchen über 650 Kinder unsere Vorschule und Primary Schule und 50 Kinder sind „unsere Lichtstrahl – Kinder“, denn sie leben bei uns. Eigentlich leide ich an einer Tierhaarallergie und deswegen war ich wenig Hunde affin. Durch Mr. Nelson bin ich allerdings Hunde-Oma geworden und ohne ihn möchte ich nicht mehr!! Das hat man wohl davon, wenn Träume wahr werden! Zoes Idee hat mich erst sprachlos gemacht….ich konnte es mir nicht so recht vorstellen, aber mein Gefühl sagte mir, es passt perfekt!! Sie kennt unsere Kids zu gut und weiß vielleicht sogar besser als ich, was ihnen fehlt…..das Gefühl, jemand ist bedingungslos da – wie sie für Nelson und er wohl auch für sie. Auf Florian, Pia und dem komm! Hundeschul Team zu treffen, war auch für mich ein echt bewegendes Weihnachtsgeschenk 2021….und das meine Freunde Sandra und Mario nun noch mit uns eine „Großfamilie“ werden, freut mein Herz sehr!! DANKE an Euch Alle für das etwas Verrücktsein, es hilft, das oft so bewegende Leben besonders zu sehen !

Die Lichtstrahl – Kids

Hello to all of you…..it is us….the lichtstrahl kids!!!! Das wohl schönste Weihnachtsgeschenk der Welt….und das auch noch für UNS!!! Wir sind 30 Mädchen und 20 Jungs, leben alle im Lichtstrahl Kinderkrisenhaus. WARUM??? Ein langer Bürgerkrieg hat viele unserer Eltern getötet, viele unserer Eltern waren oder sind HIV positiv, wir übrigens auch, einige von uns leiden an Sichelzellanämie, die Meisten von uns haben viel Gewalt erlebt und auf uns geachtet hat oft keiner. Unser Kinderkrisenhaus ist unser Lichtstrahl geworden und unsere 2.Heimat. Auch wenn es uns an „Nichts“ hier fehlt, so tanzen auch unsere Gedanken viel zu oft und wir merken, dass das Erlebte schwer zu verarbeiten und besonders zu vergessen ist.
Was wäre nun schöner für uns, als zwei ehrliche und echte Wegbegleiter…..??? Als Zoe uns gesagt hat, dass wir auch noch die Namen für die Hunde aussuchen dürfen, fanden wir das superklasse!! Wollt Ihr wissen, wofür wir 50 Kids uns am Ende entschieden haben……AMALIA, weil sei die Tapfere ist und NOAH, weil er Trost und Ruhe gibt. Wir freuen uns riesig auf das gemeinsame Abenteuer mit Euch….Ihr kommt uns hoffentlich alle mal besuchen!!!!

Mike – Sozialarbeiter bei Lichtstrahl Uganda e.V.

Hello to you ….ich bin Mike Acaye und arbeite seit ca.3 Jahren als Sozialarbeiter im Lichtstrahl Kinderkrisenhaus. Auch wenn ich selber verheiratet bin und zwei eigene Kinder habe, verbringe ich doch die meiste Zeit dort. Für mich sind diese Kinder längst zu einer zweiten Familie geworden. Jedes dieser Kinder hat eine ganz , bewegende Geschichte, sie sind sehr vulnerable und meist schwer traumatisiert. Als meine „Chefin“ Heike mir von Zoes Idee erzählte und mich nach meiner ehrlichen Meinung gefragt hat, konnte ich es kaum glauben. Ich liebe Tiere, besonders Hunde, aber hier in Uganda haben sie einen äußerst geringen „Stellenwert“. Das sicher einzige Projekt in ganz Uganda zu sein, welches deutlich machen möchte, welche besonderen Fähigkeiten Hunde haben können, hat mich dazu noch sehr gefreut. Ich bin sicher nicht so der typische afrikanische Mann…die Emotionalität hat mich ebenso bewegt und ich bin überzeugt, dass es unseren Kids super gut tun wird und sie Erfahrungen und Wissen über Hunde bekommen, welches sie ihr Leben lang positiv beeinflussen wird.

Ketty – Leitung der Primary School bei Lichtstrahl Uganda e.V.

Hello to you ….ich bin Ketty Lamunu Hope, war lange Jahre stellvertretende Schulleitung und übernehme dieses Jahr nun die Leitung der Lichtstrahl Uganda Primary Schule. Ein Herzenswunsch von mir, denn auch für mich ist Lichtstahl über all die Jahre mein 2. Zuhause geworden. Die Mathilde Anneke Gesamtschule aus Münster ist unsere Partnerschule und im März 2019 durfte ich zusammen mit meinem Lichtstahl Kollegen Felix Kilama für 3 Wochen nach Münster reisen. Felix leitet den Roestbar Coffee Shop in unserem Projekt und wurde somit 3 Wochen von Sandra, Mario und dem Roestbar Team als Barista ausgebildet. Ich hingegen durfte 3 Wochen in der Mathilde Anneke Schule unterrichten. Alles war so anders als in Uganda, aber ich habe mich super wohl gefühlt und durfte viel lernen. Pünktlichkeit, Sauberkeit, Organisation und der mehr herzliche Umgang zwischen Schülern und Lehrern hat mir sehr gefallen. Vieles davon habe ich meinen ugandischen Kollegen erzählt und Einiges haben wir umsetzen können. Aber Afrika ist eben Afrika! Auch wir werden wohl nun mit diesem Projekt die erste Schule sein mit tierischen Klassenkameraden ( Mäuse, Ratten, Insekten etc. meine ich damit nicht)! Ich freue mich sehr, auf diese neue Herausforderung, denn auch mir liegt das Wohl unserer Kinder sehr am Herzen !

 

04.01.2022

Wie ist es eigentlich zu der Idee gekommen?

Finde Jemanden, der genauso verrückt ist wie Du und ein Traum kann Wirklichkeit werden…

So ungefähr bin ich auch zu Lichtstrahl gekommen… Vor 16 Jahren war meine Mama auch ein bisschen verrückt und hat sich ihren Lebenstraum, Entwicklungshilfe in Afrika kennenzulernen, erfüllt. Der Norden Ugandas ist es dabei eher zufällig geworden, durch einen Kontakt meiner Grundschule. Für meine Mama ist es mittlerweile Ihre zweite Heimat und ein bisschen auch für mich. Mein Bruder und ich konnten uns lange nicht richtig vorstellen, wo Mama eigentlich ist, aber vor 10 Jahren habe ich mich getraut, ein Stück in diese Welt, die so unglaublich anders ist, mit einzutauchen. Was soll ich sagen, das „Afrikafeeling“ hat mich gepackt, aber nicht so, wie ihr denkt. Natürlich ist es toll, wilde Tier zu sehen, Sonnenaufgänge und Untergänge zu genießen und die afrikanische Weite zu entdecken, aber am meisten haben mich die Blicke der Kinder getroffen! Neugierig, lachend, lustig, herzlich, aber auch unglaublich traurig & traumatisiert. Nach einem über 20-jährigen Bürgerkrieg müssen viele von Ihnen unter schwierigsten Bedingungen groß werden. Hunger, Krankheit, Gewalt – sind alltägliche Themen. So unterschiedlich unsere Welten aber auch sind, so verbunden fühle ich mich mit Ihnen. Vor einigen Jahren merkte ich, auch wenn ich es lange nicht wahrhaben wollte, dass meine Gedanken immer wieder tanzten 🙂 Es viel mir schwer sie zuzulassen, zu sortieren, zu fühlen und am Ende mit ihnen umzugehen. Ich holte mir Hilfe, dieses tat gut. Das Beste, was ich aber für mich getan habe, war es, mir meinen Herzenswunsch zu erfüllen.
Vor zwei Jahren ist Nelson, ein spanischer Wasserhund hier eingezogen. Für mich ist Nelson kein „Mitläufer“, sondern ein wunderbarer Weg- & Lebensbegleiter!
Durch unsere Freunde Sandra und Mario – Roestbar Münster, bin ich auf die “ komm! Hundeschule“ aufmerksam geworden. Mein Anspruch – ein gut erzogener Hund!
Viele Monate im Jahr lebt Mama mittlerweile in Uganda, da sie vor Ort immer offline ist, bleibt uns ganz altmodisch das Telefon. Auf Ihrer August/ September 2021 Reise war sie oft emotional aufgewühlt. 50 Kinder leben in unserem Lichtstrahl Kinderkrisenhaus. Mama kennt alle Schicksale dieser Kinder und trotzdem war es dieses Mal so anders. Mama & das Team in Uganda haben gedacht, medizinische Versorgung, gute Unterbringung und ausreichende Nahrungsmittel, Schulbesuch, etc. wären genug. Sie mussten aber feststellen, dass viele unserer Kinder, besonders die älteren Mädchen unter schweren psychischen Traumata leiden. Hilfe kam von Trauma-Psychologen und dem Jugend- & Gesundheitsamt aus Gulu/ Uganda. Jetzt tanzten meine Gedanken schon wieder 🙂 Meine verrückte Idee: Tierische Wegbegleiter für unsere Kids!
Als diese verrückte Idee, auf ebenso etwas verrückte Menschen traf, nahm das Verrückte seinen Lauf. Ich traute mich – auch wenn ich etwas Sorge hatte, dass Florian meine Idee eher für total crazy halten würde. Seine direkte Antwort: “ Ich bin dabei und ein zeitnahes Treffen wäre super“, brachten meinen Herzrhythmus allerdings kurzfristig aus dem Takt. BUT…..NOW OR NEVER….und so trafen wir uns wenige Tage später mit Pia, Pepe und Florian und viele Gedanken „flogen“ durch unsere Köpfe. Schnell wurde uns klar….weitere etwas „verrückte“ Wegbegleiter wären super. Wir verteilten Aufgaben, Pia und Florian fragten ihr Team der komm! Hundeschule, Mama das Team in Uganda, Florian die Züchterin und Daniela als Tierärztin und ich Sandra und Mario – Roestbar Münster- um ihre Meinungen. Das aber innerhalb weniger Tage meine tanzenden Gedanken plötzlich zu einem echten Projekt wurden, damit hätte ich nie gerechnet.
Aus einem Traum wurde Wirklichkeit – 2 Therapiehunde für unsere Lichtstrahl Kids im Krisenhaus.
Nächste Woche gibt es übrigens ausführliche Vorstellungen des gesamten „ein wenig verrückten Teams“!

HAKUNA MATATA
Zoë